POLITIK
15/09/2015 02:22 CEST | Aktualisiert 15/09/2015 02:23 CEST

TV-Duell zwischen Tsipras und Meimarakis: "Merkel ist kein Wesen mit Krallen"

AP
Alexis Tsipras und Evangelos Meimarakis beim TV-Duell

Die Uhr für Griechenland tickt. In wenigen Tagen wird gewählt. Der Linke Alexis Tsipras und der Konservative Evangelos Meimarakis gaben bei einem TV-Duell alles, um die Bürger zu überzeugen. Das Ergebnis wird sich am Wahltag am Sonntag zeigen.

Gestern haben sich die beiden Hauptkontrahenten ein Fernsehduell geliefert. Die Diskussion des linken Ex-Regierungschefs Alexis Tsipras und des Konservativen-Vorsitzenden Evangelos Meimarakis wurde landesweit von fast allen Fernsehsendern übertragen.

Tsipras schloss gleich zu Beginn eine große Koalition mit den Konservativen aus. Es könnte jedoch eine Koalition mit den kleineren Parteien geben. "Entweder wird es eine progressive oder eine konservative Regierung geben", sagte er. Eine große Koalition wäre eine "unnatürliche" Kooperation. Meimarakis dagegen wollte eine große Koalition nicht ausschließen, um das Land aus der schweren Krise zu führen. "Wir brauchen eine (politische) Nationalmannschaft", sagte er.

Tsipras gab Fehler während seiner siebenmonatigen Amtszeit in diesem Jahr zu. "Die Bürger wollen einen Regierungschef, der ihnen die Wahrheit sagt. Wir haben Fehler gemacht. Aber wir haben daraus gelernt", sagte er. Meimarakis erklärte seinerseits, auch seine Partei habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Wichtig sei jetzt, nicht über die Vergangenheit sondern über die Zukunft zu reden.

Beide Spitzenpolitiker versprachen ein "sanfteres" Sparprogramm. Dessen Details sollen noch ausgehandelt werden. Sie wollten etwa nach Alternativen bei der Besteuerung der Landwirte suchen. "Europa will uns nicht töten. Schäuble und Merkel sind keine Wesen mit Krallen", sagte Meimarakis.

Auch zum Flüchtlingsdrama äußerte sich Tsipras. Er erklärte, man könne Flüchtlinge nicht mit Gewalt und militärischen Mitteln stoppen. "Du kannst nicht unschuldige Menschen schlagen", sagte Tsipras zu den Vorwürfen, Griechenland kontrolliere seine Grenzen nicht.

Alle Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Renen zwischen der linken Syriza-Partei und der konservativen Nea Dimokratia (ND) am kommenden Sonntag hin.

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