LIFE
15/09/2015 12:21 CEST

Studie: Die Deutschen sind so glücklich wie seit über 20 Jahren nicht mehr

Familie am Strand
Alistair Berg via Getty Images
Familie am Strand

Die Welt gerät in den letzten Jahren immer mehr aus den Fugen: Der „Islamische Staat“ terrorisiert die westliche Welt, die Griechenlandkrise bedroht die europäische Ordnung und die Flüchtlingskatastrophe nimmt ungeahnte Ausmaße an – was letztlich auch Folgen für unser persönliches Leben hat.

Das ist die eine Seite. Andererseits geht es uns so gut wie noch nie: Wir leben länger als je zuvor, immer weniger Menschen sterben an Krankheiten wie Aids und es gibt so viele Arbeitsplätze wie noch nie.

Das wirft die Frage auf: Wie steht es angesichts dieser konträren Entwicklungen derzeit eigentlich um unsere eigene Zufriedenheit?

Das Allensbach-Institut ist im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ genau dieser Frage nachgegangen – mit einem erstaunlichen Ergebnis: Wir sind so zufrieden wie schon lange nicht mehr. Was bedeutet: Die Realität in Deutschland stimmt mit unseren Befindlichkeiten überein.

Mehr Optimisten als Pessimisten

Die Wissenschaftler des Meinungsforschungsinstituts stellen den Deutschen jährlich eine simple Frage: Leben Sie in schlechten oder glücklichen Zeiten? Seit 1993 dominierten stets die Pessimisten – nun aber wurden sie von den Optimisten überholt.

Wie lässt sich diese Wende angesichts der brodelnden Krisenherde auf der Welt erklären? Die Glücksforschung hat darauf eine simple Antwort: Nicht die Weltpolitik entscheidet über unser persönliches Glück. Sondern unsere Gesundheit, die eigene Familie und insbesondere unsere Arbeit.

Und genau hierin liegt ein Erklärungsansatz, um das „neue Glück“ der Deutschen zu verstehen. Einerseits gibt es in Deutschland immer noch eine Million so genannte Langzeitarbeitslose. Das ist richtig.

Positiver Arbeitsmarkt

Aber andererseits stehen so viele Arbeitsplätze wie noch nie zuvor in Deutschland zur Verfügung. Die Zahl der Erwerbstätigen ist seit 2005 kontinuierlich gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag im August dieses Jahres bei 6,4 Prozent. Das ist Rekord: So niedrig war der Wert seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Gleichzeitig wächst die Zahl der Festanstellungen seit Jahren.

Die positive Arbeitsmarkt- und Wirtschaftslage ist jetzt auch in der Gefühlswelt der Deutschen angekommen: 66 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass es ihrem Betrieb zurzeit gut oder sehr gut geht. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es nur 38 Prozent. Das bestätigt der Bericht der "FAZ".

Und auch die Angst, den eigenen Job zu verlieren, spielt kaum noch eine Rolle: Waren es in Westdeutschland 2005 noch 32 Prozent, die sich Sorgen machten, so sind es heute nur noch acht Prozent. Und bei den Ostdeutschen hat sich der Wert ebenso verbessert.

Was bedeutet das für unser Glück in den kommenden Jahren?

Ob das so bleibt? Nun, die Flüchtlingsströme, die nach Deutschland kommen, werden auch die Arbeitsmarktsituation beeinflussen – und die Zahl der Arbeitslosen ansteigen lassen. Das ist klar.

Allein in diesem Jahr sollen bis zu einer Millionen Menschen nach Deutschland kommen. Nicht annähernd alle von ihnen werden arbeiten dürfen oder einen passenden Job finden.

Liegen die Wissenschaftler mit ihrer These richtig, dass die eigene Arbeit und das Glück der Menschen eng zusammenhängen, so könnte sich diese Entwicklungen negativ auf unsere Zufriedenheit auswirken.

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