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15/09/2015 03:20 CEST | Aktualisiert 15/09/2015 03:25 CEST

Das ist der neue Bösewicht der Asterix-Reihe (Huffpost-Exklusiv)

Das ist der neue Bösewicht der Asterix-Reihe
Huffpost
Das ist der neue Bösewicht der Asterix-Reihe

Weil zu jeder guten Geschichte auch ein guter Bösewicht gehört, taucht im nächsten Asterix-Comic ein neuer römischer Scherge auf, dem jedes Mittel recht ist, um die Pläne unserer Lieblingsgallier zu durchkreuzen. Das 36. Abenteuer des kleinen Helden mit dem Titel „Der Papyrus des Cäsar“ ist ab dem 22. Oktober erhältlich. Die französische Ausgabe der Huffington Post berichtet schon jetzt exklusiv über den Namen und das Aussehen des Bösewichts im neuen Band.

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asterix le papyrus de cesar promoplus

In der englischen Ausgabe heißt der Bösewicht Blockbustus. In anderen Sprachen heißt er Bonus Promoplus (Französisch), Promoplús (Spanisch), Bestsellerus (Italienisch), Syndicus (Deutsch), Vendetudus (Portugiesisch) und Promocionus (brasilianisches Portugiesisch).

Inspiration kam aus der Wirtschaft

Und welcher französischen Berühmtheit ähnelt er? Da in der kleinen Welt von Asterix äußerst viele Karikaturen vorkommen, ist dies natürlich die wichtigste Frage. Der Autor Jean-Yves Ferri und der Zeichner Didier Conrad geben offen zu, dass sie von Jacques Séguéla, dem berühmten französischen Publizisten und Gründer der Agentur Euro RSCG (jetzt Havas Advertising), inspiriert wurden.

Es handelt sich jedoch nicht um die reine Karikatur des Mannes, der 1981 Mitterands Präsidentschaftskampagne leitete: er diente lediglich als Inspiration für die Figur. „Er kennt die Intrigen der Mächtigen, er durchschaut sie und er weiß, welche Schritte sie als nächstes unternehmen. Diese Figur ist ein Berater, der zwar meist im Hintergrund bleibt, der sich jedoch auch gerne in der Öffentlichkeit präsentiert und sich bevorzugt in einflussreichen Kreisen aufhält. Wir wollten diese Doppelzüngigkeit in seinem Gesichtsausdruck widerspiegeln.“

asterix papyrus de cesar seguela

Syndicus ist für die Welt von Asterix bereits ziemlich alt (obwohl in der Reihe auch ein paar andere ältere Charaktere wie Methusalix vorkommen). „Ich hatte Fotos, auf denen Séguéla schon älter war, und so entwarf ich auch eine ältere Figur“, scherzt Conrad, bevor er erklärt:

„Seine langen Haare kaschieren nicht nur seine große Nase und verdecken ein wenig seinen Hals, der im Verhältnis zu seinen Gesichtzügen etwas zu schief geraten ist, sondern sie lassen ihn auch jünger erscheinen. Er ist ein alter Mann, der jung wirken will.“

"Nase ist zu groß"

Wie gefällt dem Asterix-Erfinder Albert Uderzo die neue Figur? Er selbst zeichnet zwar nicht mehr, doch er behält sein Werk genau im Auge. „Ich finde ihn toll!“, bestätigt er. „Er passt auf jeden Fall sehr gut zu den anderen Asterix-Bösewichten. Er ist klein und hat eine schlechte Ausstrahlung. Das gefällt mir.“

Einzig die Nase von Syndicus fand er nicht ganz gelungen: „Meiner Meinung nach war sie zu groß. Eigentlich habe ich immer nur den Galliern große Nasen verpasst, den Römern eher selten! (Denn sonst könnten wir ihnen nicht auch noch für alles die Schuld in die Schuhe schieben!!)

Nur ein paar wenige Figuren dürfen eine violette Knollennase ihr Eigen nennen -- Sie wissen sicher, wen ich meine (eine immer wieder vorkommende Karikatur unseres Freundes Pierre Tchernia). Sie sind auf meinen Hinweis eingegangen und haben die Nase überarbeitet, weil sie viel zu weit nach unten hing.“

Doch nicht nur Séguéla diente als Vorbild für Syndicus. Sein Charakter ist auch an Persönlichkeiten aus der Politik angelehnt, wie zum Beispiel Patrick Buisson und Henri Guaino, der während dessen Präsidentschaft die Reden für Nicolas Sarkozy schrieb.

Keine Ähnlichkeit mit früheren Bösewichten

„Ursprünglich wollte ich [Julius] Cäsar [im Comic] an die vorderste Front stellen“, erinnert sich Ferri. „Aber man kann mit Cäsar nicht einfach machen, was man möchte. Wir brauchten jemanden, der ein paar Schläge für ihn abfängt ... und so kam ich auf einen Mann im Verborgenen, einen Berater im Hintergrund. Nicht dem Aussehen aber der Rolle nach ein Patrick Buisson.“

Weist Syndicus Ähnlichkeiten mit früheren Asterix-Bösewichten auf? Der Aussage von Uderzo zufolge nicht. „Er hat seinen ganz eigenen Charakter und er unterscheidet sich deutlich von den anderen Gegenspielern.

In jedem Band gibt es einen neuen Bösewicht. Deshalb ist es auch am besten, jeder Figur einen eigenen Charakter zu verleihen. Ja, er hat ein bisschen was von Greulix. Und er erinnert mich auch ein wenig an Caius Musencus.“

Erste Entwürfe von Syndicus (bevor die Nase korrigiert wurde)...

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conrad asterix croquis papyrus cesar

Im Juli verriet Uderzo ein paar Details zur Handlung von „Der Papyrus des Cäsar“. Das Abenteuer bezieht sich auf das berühmte Werk "Der Gallische Krieg" von Julius Cäsar, ein Buch, das bereits Lateinschülern aus mehreren Generationen Albträume bereitet hat. Somit überrascht es nicht, dass Syndicus von Beruf Herausgeber und bevollmächtigter Berater ist.

Syndicus wird als Mann im Verborgenen in die geschlossenen Kreise der römischen Intelligentsia eingeführt (Achtung: „Intelligentsia“ ist nicht der Name eines Galliers).

„Er ist durch und durch ein Stadtmensch und die Aussicht, dass er diese Spartaner im gallischen Hinterland ausbilden soll, ist nicht besonders reizvoll für ihn. Rom verlassen zu müssen ist für ihn der blanke Horror“, so Ferri. Wenn man „Rom“ mit „Saint-Germain-des-Prés“ ersetzt, so findet sich gewiss auch so mancher Pariser Herausgeber in dieser Figur wieder.

Erste Zeichnungen von Syndicus

Initial Sketches


Dieser Artikel ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt. 

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