POLITIK
15/09/2015 15:23 CEST | Aktualisiert 15/09/2015 15:31 CEST

Ansturm von Wiesnbesuchern und Flüchtlingen: Warum sich München trotzdem keine Sorgen ums Oktoberfest machen muss

Getty

20.000 Flüchtlinge sind am vergangenen Wochenende am Hauptbahnhof in München angekommen. Sollte sich dieses Szenario auch am kommende Wochenende wiederholen, könnte es eng werden. Denn dann beginnt das Oktoberfest. Millionen Besucher werden während der 16 Wiesntage erwartet.

Der Ansturm von Wiesnbesuchern und Flüchtlingen gleichzeitig könnte die Behörden am Hauptbahnhof erneut vor eine Herausforderung stellen. Dementsprechend akribisch bereiten sich Polizei und Stadt München vor.

Die Situation ist zwar angespannt, aber es gibt trotzdem keinen Grund zur Sorge. Dafür sprechen diese drei Argumente:

1. Züge mit Flüchtlingen werden umgeleitet

Es gebe eine begründete Hoffnung, dass inzwischen klar geworden sei, "dass es nicht der Weg sein kann, alle auf die Drehscheibe München umzuleiten - und das während des Oktoberfestes", sagte Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle am Dienstag.

Die Behörden gehen davon aus, dass die wiedereingeführten Grenzkontrollen, aber auch Sonderzüge an München vorbei dazu beitragen, dass sich die Situation der beiden vergangenen Wochenenden nicht wiederholt. "Und wenn es doch so sein sollte, werden wir das managen", sagt Polizeivizepräsident Werner Feiler.

2. Flüchtlinge und Wiesnbesucher werden getrennt

Beide Gruppen sollen möglichst auf unterschiedliche Wege geleitet werden. "Das Interesse ist natürlich, dass man räumlich trennt", sagt Blume-Beyerle.

Schon jetzt werden alle Asylsuchenden aus den Zügen mit Hilfe von Absperrungen zum Nordausgang des Bahnhofs geleitet, wo sie mit Wasser versorgt und medizinisch untersucht werden. Zur Wiesn geht es hingegen von der anderen Seite des Hauptbahnhofes.

Die Züge für und mit Flüchtlingen beziehungsweise Wiesnbesuchern sollen dementsprechend möglichst auf die jeweils näher liegenden Gleise geleitet werden. Und dass gerade angekommene Flüchtlinge in Scharen auf das Volksfest ziehen könnten, sei ja wohl "lebensfremd", sagt der Kreisverwaltungsreferent.

3. Polizisten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet

Die Bundespolizisten bekommen während der Wiesnzeit von Beamten aus dem gesamten Bundesgebiet Unterstützung. Während der 16 Festtage werden wie jedes Jahr etwa 300 Polizeibeamte auf dem Festgelände auf der Münchner Theresienwiese im Einsatz sein. Weitere 200 Polizisten sind zudem rund um die Theresienwiese unterwegs.

Wenn die Polizisten etwas beschäftigt, dann sind es andere Themen als Flüchtlinge: die Sorge vor einem Anschlag etwa. Aber auch da geben sich die Beamten gelassen: Es gebe keine Hinweise, dass Terroristen das Oktoberfest bedrohen könnten, heißt es.

(mit Material der dpa)

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