POLITIK
14/09/2015 09:23 CEST | Aktualisiert 14/09/2015 13:02 CEST

FIFA-Korruptionsexperte: "Blatter muss wegen Veruntreuung vor Gericht"

FIFA-Korruptionsexperte will strafrechtliche Ermittlungen gegen Blatter
dpa
FIFA-Korruptionsexperte will strafrechtliche Ermittlungen gegen Blatter

Für FIFA-Präsidenten Joseph Blatter wird es ungemütlich. Der frühere FIFA-Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth hat sich für strafrechtliche Ermittlungen gegen den noch amtierenden FIFA-Chef ausgesprochen. "Blatter muss sich gegen eine Anklage wegen Veruntreuung verteidigen", sagte der Schweizer Rechtsprofessor am Montag in Zürich. Dort geben US-Justizministerin Loretta Lynch und der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber um 15.00 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz, um über den Stand der Ermittlungen in der Korruptionsaffäre des Fußball-Weltverbandes FIFA zu informieren.

Am Wochenende hatten neue Enthüllungen über Blatter für Wirbel gesorgt. Nach einem Bericht des Schweizer Fernsehens soll der im Februar aus dem Amt scheidende Schweizer vor zehn Jahren TV-Übertragungsrechte zu einem bemerkenswert niedrigen Preis an einen der Beschuldigten in der FIFA-Affäre, den früheren Vize-Präsidenten Jack Warner, verkauft haben. Dieser soll im Gegenzug Blatter bei mehreren Wahlen Stimmen verschafft haben.

"Sie haben den Anscheinsbeweis. Das heißt, dass sie ein Verfahren eröffnen müssen", forderte Pieth. Der Schweizer Top-Jurist war von der FIFA als Anti-Korruptions-Experte installiert worden und hatte zwischen 2011 und 2013 eine Reformkommission geleitet. Mit seinen Vorschlägen zur Erneuerung der FIFA war er am Ende aber gescheitert.

Nachtrag: Die Pressekonferenz brachte wenig Neues, berichtet die Schweizer Tageszeitung "Blick". Lynch zufolge gibt es mittlerweile 14 Verdächtige, 13 davon wurden verhaftet. Namen nannte sie nicht. Außerdem seien Vermögen sichergestellt worden. Es gebe viel Datenmaterial, deren Auswertung Zeit benötige. Die Ermittlungen werden weitergehen.

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