POLITIK
14/09/2015 05:52 CEST

Grenzkontrollen in Europa: Amnesty International warnt vor Folgen für Flüchtlinge

Die wiedereingeführten EU-Grenzkontrollen könnten fatale Folgen für Flüchtlinge haben
Christopher Furlong
Die wiedereingeführten EU-Grenzkontrollen könnten fatale Folgen für Flüchtlinge haben

Die Wiedereinführung der Grenzkontrollen kann laut Amnesty International fatale Folgen haben. "Flüchtlinge in Ungarn drohen im lebensgefährlichen Chaos zu versinken", hieß es am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung der deutschen und der österreichischen Sektion von der Menschenrechtsorganisation

Um die Situation zu entschärfen, fordert Amnesty jetzt Unterstützung für Ungarn. Es sei das Gebot der Stunde, ein gemeinsames Hilfsangebot an Ungarn zu richten und das Land bei der Erstaufnahme von Schutzsuchenden zu unterstützen. "Gleichzeitig muss durch eine geordnete und zügige Weiterfahrt die humanitäre Notsituation in Ungarn entschärft und eine menschenrechtskonforme Aufnahme von Flüchtlingen in anderen EU-Ländern ermöglicht werden."

Wenn man die Krise lindern wolle, müsse man mit dem umstrittenen ungarischen Premier Viktor Orbán zusammenarbeiten, sagen die Amnesty-Experten. Die EU-Mitgliedsstaaten müssten mit Nachdruck auf Orbán einwirken, um in der Flüchtlingsfrage gemeinsam und menschenrechtskonform vorzugehen.

Aber Amnesty äußerte auch Kritik an Deutschland und Österreich: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihr österreichischer Amtskollege Werner Faymann dürften ihre "Menschenrechte zuerst"-Haltung nicht durch überfallartige Grenzschließungen oder Bahnsperren infrage stellen, forderte die Organisation.

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