POLITIK
14/09/2015 00:30 CEST | Aktualisiert 14/09/2015 12:49 CEST

3 Vorfälle zeigen, dass der Türkei-Konflikt auch auf Deutschland übergreifen wird

Eine Demonstration von Kurden in Hannover
DPA
Eine Demonstration von Kurden in Hannover

Der Kurden-Konflikt in der Türkei nimmt seit Wochen an Schärfe zu. Und er ist mittlerweile auch in Deutschland zu spüren. Zunehmend kommt es auch in Deutschland zu Gewalt zwischen Anhängern der kurdischen Untergrundorganisation PKK und türkischen Nationalisten.

Beide Lager gerieten am Wochenende in mehreren deutschen Städten aneinander. Diese drei Vorfälle zeigen, dass wir auch in Zukunft mit mehr Gewalt zwischen Kurden und Türken zu rechnen haben.

1. In Hannover wurde ein Kurde durch Messerstiche verletzt

Am Rande von Auseinandersetzungen von Gegnern und Unterstützern der PKK wurde in Hannover ein Kurde durch einen Messerstich schwer verletzt. Der 26-Jährige sei nach einer Notoperation außer Lebensgefahr, teilte die Polizei am Sonntag mit. Aus Protest zogen am Nachmittag rund 1100 Menschen, überwiegend Kurden, durch die Stadt. Gegen den mutmaßlichen Messerstecher werde wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Bei dem Mann soll es sich um einen 50-jährigen Deutschen mit türkischen Wurzeln handeln, der zuvor an der Kundgebung gegen die PKK teilgenommen hatte.

2. In Essen kam es zu einer Schlägerei zwischen Kurden und Türken

Trotz eines Versammlungsverbots kam es am Sonntag in Essen zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Hundert Türken und Kurden. Türkische Nationalisten hätten in den vergangenen Tagen in Sozialen Medien für eine Kundgebung in Essen geworben, teilte die Polizei mit. Rund 150 türkischstämmige Personen und 80 bis 100 Gegendemonstranten aus dem PKK-Lager seien zu dem Treffpunkt gekommen. Beide Gruppen hätten sich verbale Auseinandersetzungen geliefert. "Körperliche Auseinandersetzungen konnten durch zahlreiche Polizeikräfte verhindert werden", teilte die Polizei mit.

3. In Hamburg kam es bei Demonstrationen von Türken und Kurden zu brenzligen Situationen

In Hamburg folgten nach Polizeiangaben rund 1000 Menschen dem Aufruf einer türkischen Jugendorganisation und bekundeten in der Innenstadt ihre Unterstützung für die türkische Regierung im Konflikt mit der PKK. Im Stadtteil St. Georg kamen derweil rund 250 Kurden zusammen. Die Stimmung sei aufgeheizt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hielten beide Gruppen räumlich getrennt. Auch Wasserwerfer fuhren auf. Durch den Bahnhof sei eine große Anzahl von Demonstranten und Mitglieder des linken Spektrums gezogen, sagte der Sprecher der Bundespolizei.

Der Zugverkehr am Hamburger Hauptbahnhof musste am Sonntagabend für eine Viertelstunde unterbrochen werden, weil Personen im Gleis gemeldet worden waren.

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