POLITIK
13/09/2015 12:02 CEST | Aktualisiert 13/09/2015 14:05 CEST

Deutschland zieht 2100 Bundespolizisten an der Grenze zusammen

dpa
Deutschland führt Kontrollen an der Grenze zu Österreich ein

Wie Innenminister Thomas de Maizière in Berlin bekannt gab, führt Deutschland vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein. Damit bestätigte der Innenminister entsprechende Medienberichte:

Die "Kronen-Zeitung" aus Österreich schrieb unter Berufung auf das Kanzleramt des Landes: "Deutschland wird am Sonntag um 17 Uhr mit Kontrollen im grenznahen Raum beginnen, um sofort festzustellen, wer asylberechtigt ist."

Laut einem Bericht der "Bild-Zeitung" hat die Landesregierung in Bayern 21 Hundertschaften der Bereitschaftspolizei angefordert, um die Grenze zu sichern. Dafür wurden Bundespolizisten aus laufenden Einsätzen in ganz Deutschland eingezogen. Gleichzeitig soll die Bundespolizei die Kontrollen in einem Korridor von 30 Kilometern entlang der Grenze mit Polen und Tschechien verstärken. Das soll verhindern, dass Flüchtlinge über einen Umweg nach Deutschland kommen.

Schengen-Abkommen wäre ausgesetzt

Laut einem Bericht von "Spiegel Online" ist damit auch das Schengen-Abkommen, das den freien Grenzverkehr in Europa garantiert, zumindest teilweise aufgehoben.

Wie die Betreiber der Bahnen in Österreich bekannt gaben, wurde der Zugverkehr zwischen Deutschland und Österreich um 17 Uhr eingestellt.

Österreich stellt das Vorgehen Deutschlands vor Probleme. Denn dort kommen täglich immer noch Tausende Flüchtlinge aus Ungarn an. Merkel hatte sich allerdings, wie die "Kronen-Zeitung" schreibt, mit dem österreichischen Kanzler Werner Faymann über das Vorgehen abgesprochen.

Bundesländer sind überfordert

Der Hintergund für das schnelle Handeln der Kanzlerin: In den vergangenen Stunden und Tagen hatten immer mehr Bundesländer Alarm geschlagen, dass sie dem Zuzug der Flüchtlinge nicht mehr Herr werden. Selbst in München, wo die Aufnahme bisher vorbildlich funktionierte, mussten in der nacht zu Sonntag Dutzende Flüchtlinge auf improvisierten Lagern in der Bahnhofshalle campieren.

In der vergangenen Woche waren rund 50.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Um die Ankömmlinge in Deutschland zu verteilen, stellte die Bahn sogar eigene ICEs bereit.

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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