POLITIK
12/09/2015 18:13 CEST | Aktualisiert 13/09/2015 07:55 CEST

Grünen-Fraktionschef Hofreiter plaudert seine Cannabis-Vergangenheit aus - ohne dass ihn jemand fragt

dpa
Hofreiter plaudert Cannabis-Vergangenheit aus - ohne dass ihn jemand fragt

Die Grünen waren von Anfang an ganz vorne dabei, wenn es um die Forderung nach einer Legalisierung von Cannabis ging. "Als Partei haben wir bei dem Thema die höchste Glaubwürdigkeit", sagte Grünen-Chef Cem Özdemir in einem Interview mit der Huffington Post erst vor einigen Monaten.

Ob und wann und wie viel sie selber gekifft haben oder immer noch kiffen, dazu äußern sich nicht alle aus der Grünen-Fraktion so freimütig. Özdemir antwortet auf derlei Fragen auffällig ausweichend mit Sätzen wie "mir ist dieses Thema nicht ganz unvertraut".

Anders sieht das bei Fraktionschef Anton Hofreiter aus. Der redet über seine Erfahrungen mit Cannabis sogar ohne dass man ihn danach fragt. "Ja, ich habe in meiner Jugend gekifft", sagte er am Freitag bei der Vorstellung des Buches "Kiffen und Kriminalität" in Berlin.

Hofreiter sieht sein gelegentliches Kiffen auch als kein großes Problem an - völlig zu recht. Das sei in seinem Freundeskreis normal gewesen, sagte er. Er habe das aber nicht besonders oft gemacht, denn THC entfalte bei ihm keine Wirkung. Heute seien seine Drogen eher Wein und Bier.

Die Veranstaltung war ganz im Sinne der Grünen und ihrer Forderung nach einer Legalisierung. Der Autor des Buches, der Jugendstrafrichter Andreas Müller, vertritt darin ebenfalls die These, dass Cannabis legalisiert werden muss, um die Konsumenten nicht zu kriminalisieren. Nur wenn der Staat die Droge kontrollieren kann, wird auch die Qualität besser, schreibt er.

Der Richter stellt in seinem Buch eine Prognose auf: Schon in der nächsten Legislaturperiode werde Cannabis legal werden, so glaubt er. Ganz egal, wer in der Regierung sei. Das deckt sich auch mit Özdemirs Prognose, laut derer es 2017 so weit sein wird.

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