POLITIK
11/09/2015 12:24 CEST | Aktualisiert 11/09/2015 18:00 CEST

Attacke gegen Merkel: Seehofer lädt Flüchtlingsschreck Orbán ein

dpa

Die Beziehung zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und der Bundeskanzlerin war schon mal besser. Merkels Vorgehen in der Flüchtlingsfrage hat einen tiefen Graben zwischen ihr und vielen ihrer Unionskollegen geschaffen. Gerade Seehofer kritisierte Merkels offene Haltung gegenüber Flüchtlingen bereits mehrfach.

Nun hat Seehofer zum nächsten Schlag gegen Merkel ausgeholt. Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland zu lassen, "war ein Fehler", sagte er in einem Interview mit dem "Spiegel". Merkel habe Deutschland in eine "nicht mehr zu beherrschende Notlage" gebracht. "Ich sehe keine Möglichkeit, den Stöpsel wieder auf die Flasche zu kriegen."

Der bisher schärfsten Attacke gegen Merkel setzte Seehofer noch einen drauf: Gleichzeitig kündigte er im "Spiegel" an, Ungarns umstrittenen Ministerpräsidenten Viktor Orbán nach Bayern einladen zu wollen. Bei der nächsten Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion wolle er gemeinsam mit Orbán "eine Lösung suchen", sagte Seehofer dem Magazin.

Seehofer sicherte Ungarn gleichzeitig Unterstützung zum Schutz der EU-Außengrenzen zu. Zur Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen müsse alles getan werden, um das Schengen-Abkommen unbedingt aufrechtzuerhalten und zu schützen, teilte der CSU-Chef am Freitag nach einem Telefonat mit Orbán mit.

Mit der Einladung an Orbán stellt sich Seehofer klar auf die Seite der Hardliner in der Flüchtlingskrise. Und er macht unmissverständlich deutlich: Die CSU zieht mit der Bundeskanzlerin nicht an einem Strang, sondern will die Problematik nun auf eigene Faust regeln. Seehofers Verbrüderung mit Orbán ist nicht nur eine Ohrfeige für Merkel. Sie ist auch eine für die europäischen Werte.

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