LIFE
11/09/2015 08:51 CEST

Eine junge Frau mit Depressionen hat ihren Aufenthalt in der Psychiatrie in verstörenden Bildern dokumentiert

Eine junge Frau mit Depressionen hat ihren Aufenthalt in der Psychiatrie in verstörenden Bildern dokumentiert.
Laura Hospes
Eine junge Frau mit Depressionen hat ihren Aufenthalt in der Psychiatrie in verstörenden Bildern dokumentiert.

Für Menschen, die nicht mit einer psychischen Erkrankung leben müssen, ist es nur schwer vorstellbar, wie schrecklich dieses Krankheiten sind. Aus genau diesem Grund hat die 21-jährige Laura Hospes, eine 21-jährige Fotografin aus den Niederlanden eine Serie mit beeindruckenden Selbstporträts veröffentlicht. Die Bilder zeigen, wie so eine psychische Erkrankung wirklich aussehen kann.

Ihr Projekt heißt "UCP-UMCG" und ist nach der Klinik, in der die Bilder entstanden sind, benannt. Darauf zu sehen, ist Hospes, die wegen Angstzuständen, Depressionen und gestörtem Essverhalten behandelt wurde. Die Bilder dokumentieren eindringlich das tägliche Leben in der Psychiatrie -- und die Kraft, die einem die Behandlung abverlangt.

"Psychisch krank zu sein, ist das Schlimmste, was mir bisher in meinem Leben passiert ist," sagte Hospes der amerikanischen Huffington Post. "Die Menschen sehen nicht, dass du krank bist. Sie sehen nur eine normale Person, die noch immer lachen und ab und zu auch einen netten Abend haben kann. Was sie nicht sehen, sind die grässlichen Stunden danach und den Nervenzusammenbruch, den ich jeden Morgen hatte, wenn ich aufstehen musste. ... Und das ist nur ein kleiner Teil der Schwierigkeiten."

Hospes fing mit dem Foto-Projekt an ihrem ersten Tag in der Psychiatrie an. Dabei richtete sich nach den Vorgaben der Klinik. Ihr Ziel für das Projekt -- abgesehen von der Dokumentation ihrer Erlebnisse -- ist zu beweisen, dass eine Person, auch wenn sie völlig "normal" ist, Schwierigkeiten zu überwinden haben kann.

"Ich hoffe, dass Menschen begreifen, dass jemand, nur weil er in einer psychiatrischen Einrichtung ist, nicht verrückt ist. Menschen, die in der Psychiatrie sind, machen einfach sehr harte Zeiten durch und brauchen Zeit, um wieder zu sich zu kommen und sie selbst sein zu können," sagte Hospes weiter.

Die Bilder hatten eine kathartische Wirkung für Hospes, halfen ihr mit ihren Emotionen in Kontakt zu treten und in ihrer Behandlung voranzukommen. Ihre Bilder sollen eine eindringliche Erinnerung für andere sein, die einen Angehörigen oder lieben Menschen haben, der an einer ähnlichen Krankheit leidet wie Hospes.

"Behaltet sie in Erinnerung und lasst sie wissen, dass ihr an sie denkt," erklärte sie. "Das ist das Dankbarste, was man für eine Person tun kann, die das Gefühl hat, langsam 'verrückt zu werden' und nichts dagegen tun zu können."

Hier sind Laura Hospes Selbstporträts "UCP-UMCG":

Photo galleryLaura Hospes See Gallery

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