POLITIK
10/09/2015 09:20 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 09:40 CEST

Radioaktives Wasser aus Fukushima ins Meer geflossen

Cäsium 134 vor kanadischer Küste nachgewiesen

Heftige Regenfälle haben im Osten Japans gewaltige Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. In teils dramatischen Rettungsaktionen wurden Dutzende Menschen mit Helikoptern von Dächern und Balkonen ihrer Häuser gerettet. Hunderte Häuser wurden von den Wassermassen erfasst, als Uferbefestigungen und Deiche des Flusses Kinugawa nachgaben. Dutzende von Quadratkilometern wurden überschwemmt, einzelne Häuser, Bäume und Autos fortgerissen.

Auch ein Fluss in der Provinz Fukushima trat über die Ufer und schnitt Hunderte von Haushalten von der Umwelt ab. In Fukushima liegt auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, in dem es 2011 in Folge der Tsunami-Katastrophe zum Gau gekommen war. Wegen der Regenfälle drohte Wasser vom Gelände der Atomruine ins Meer zu fließen. Ein Regierungssprecher erklärte jedoch, die Strahlung des Regenwassers liege "ausreichend" unter den zulässigen Grenzwerten.

Rund 150 000 Menschen in der Region waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Luftaufnahmen von den schweren Überschwemmungen erinnerten an die Tsunami-Katastrophe, die die Region vor viereinhalb Jahren heimsuchte und bei der rund 18 500 Menschen ums Leben kamen.

Das japanische Fernsehen zeigte am Donnerstag Szenen, wie Menschen in den am schwersten betroffenen Provinzen Ibaraki und Tochigi mit Tüchern von Balkonen und Dächern ihrer Häuser um Hilfe riefen. Rettungseinheiten und das Militär setzten Helikopter ein, um Dutzende von Opfern in Sicherheit zu bringen. Noch am späten Nachmittag (Ortszeit) warteten rund 200 Menschen auf die Rettung.

Eine der Ursachen der teils rekordhohen Regenfälle ist ein Taifun, der am Vortag über Zentraljapan hinweggezogen war. Obgleich der Sturm später über dem Meer zu einer Tiefdruckzone abklang, warnte die Meteorologische Behörde für den Osten und Nordosten vor den Gefahren durch den starken Regen. Auch im Raum Tokio wurde noch bis zum frühen Freitag weiterer starker Regen erwartet.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite

MEHR:politik