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10/09/2015 12:57 CEST

Studie: Kleinkinder benehmen sich wie Arschlöcher - und das ist der wahre Grund

PeopleImages.com via Getty Images
A bored toddler sitting in a high chair

Kleinkinder können heimtückisch sein. In der einen Sekunde schenken sie dir ihr entzückendstes Lächeln, in der Nächsten reißen sie dir den Ohrring ab und du könntest schwören, dass du ein bösartiges Funkeln in ihren Augen erkennst.

Manchmal werden Kleinkinder von einem Moment auf den anderen aggressiv, wütend und sogar gewalttätig. Sie hauen ihre Geschwister oder den Familienhund, werfen Gegenstände durch den Raum, oder beißen. Und in den meisten Fällen ist kein Grund für ihre plötzliche Gemütsveränderung zu erkennen.

Was vermutlich daran liegt, dass es keinen gibt.

Eine ganze Reihe von Wissenschaftlern hat sich in der Vergangenheit daran versucht, die Ursache des Phänomens zu erklären. Einige vermuteten, dass Kleinkinder noch nicht über genügend Selbstkontrolle verfügen. Andere glauben, dass ihnen die nötige Sprachentwicklung fehle, um ihren Frust angemessener auszudrücken.

Eine neue Studie, die diese Woche im "Developmental Science" veröffentlicht wurde, ist allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass es keinen guten Grund dafür gibt, dass Kleinkinder sich manchmal wie Arschlöcher benehmen.

Audun Dahl von der University of California untersuchte etwa zwei Dutzend Kleinkinder in verschiedenen Lebensphasen: mit 14 Monaten, 19 Monaten und zwei Jahren. Unabhängig davon befragte er 74 Mütter zu dem Verhalten ihres Kindes in dieser Lebensphase. Er kam zu folgendem Ergebnis:

  • Das gewalttätige Verhalten eines Kleinkindes war in 76 Prozent der Fälle völlig grundlos. Die Kinder zeigten keinerlei Anzeichen von Verzweiflung, Not oder Angst. Das passt zu älteren Befragungen von Müttern, die angaben, dass ihre Kinder Freude zeigten, wenn sie jemanden verärgert hatten.
  • In 26 Prozent der Fälle hatte das schlechte Benehmen einen Grund. Zum Beispiel, wenn das Kind einem Geschwisterkind ein Spielzeug abnehmen wollte.
  • In drei Prozent der Fälle schlugen die Kinder aus Versehen zu - etwa, wenn sie eine Katze streicheln wollten aber stattdessen schlugen.
  • Eltern waren am häufigsten Opfer der Kleinkind-Gewalt, dicht gefolgt von Geschwistern und Haustieren
  • Kleinkinder, die häufiger Freude zeigten, nachdem sie beispielsweise Eltern oder Geschwister geschlagen hatten, zeigten häufiger gewalttätiges Verhalten als andere

Dahl geht davon aus, dass die meisten Fälle von unprovozierter Gewalt darauf abzielten, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Er bezeichnet das Phänomen als "erforschende Gewalt".

Die gute Nachricht ist: Ab dem zweiten Lebensjahr legen Kinder dieses Verhalten normalerweise ab. Dann kommt die Trotzphase.


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