POLITIK
10/09/2015 15:40 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 16:03 CEST

Das haben die Kinder aus der Flüchtlingsschule der Kanzlerin zu sagen

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Angela Merkel

Der Bundeskanzlerin wurde in den vergangenen Wochen immer wieder vorgeworfen, sie würde zu wenig für die Flüchtlinge tun – und sie habe zu lange mit dem Besuch eines Flüchtlingsheims gewartet. Nun hat sie neben einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auch eine Schule mit Flüchtlingskindern besucht.

In der Ferdinand-Freiligrath-Schule in Berlin traf die Kanzlerin auf die Schüler und Lehrer einer sogenannten „Willkommensklasse“. In solchen Klassen werden Flüchtlingskinder unterrichtet, die noch kein Deutsch sprechen. Die Kinder in den Lerngruppen kommen aus Krisenregionen wie Syrien oder dem Irak.

Merkel zeigte sich nach dem Besuch bei den Flüchtlingskindern optimistisch: „Es lohnt sich, sich um jedes einzelne Kind zu bemühen. Es gibt so viel Enthusiasmus und so viel Bereitschaft zu lernen bei den Kindern.“ Sie wolle ihnen eine gute Zukunft schenken, versprach die Kanzlerin.

Die Huffington Post hat bei den Kindern nachgefragt: Wie fandet ihr den Besuch der Bundeskanzlerin? Und was würdet ihr Merkel gerne sagen?

Eine Schülerin aus Ägypten ist vor sechs Monaten mit ihrer Familie aus Deutschland gekommen. Ihr Vater wurde dort politisch verfolgt, sagt sie. „Aber was sie mit ihm machen wollten, das weiß ich nicht genau.“ Sie und ihre Schwester Rivana wollten der Bundeskanzlerin einfach nur Danke für ihre große Hilfe sagen.

Manal aus Syrien kam erst vor wenigen Monaten nach Deutschland. Er spricht auch schon richtig gut deutsch. „Ich will nur sagen, vielen, vielen Dank Frau Merkel“. Auch für den 17-jährigen Dayang ist das Leben leichter geworden, seitdem er in Deutschland ist: „Seit ich hier bin, läuft alles besser. Meine Schule, meine Arbeit. Ich bin glücklich.“

Doch die Kinder üben auch Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik. Abdullah findet es zwar sehr nett, dass sie die Flüchtlinge in der Schule besucht. „Aber ich fände es noch besser, wenn sie die Flüchtlinge in Deutschland auch endlich arbeiten lassen würde", erklärt er.

Auch die deutschen Klassenkameraden finden das Konzept der „Willkommensklasse“ an ihrer Schule gut. In Murats Klasse sind viele Flüchtlingskinder. „Ich finde es toll, dass die Flüchtlinge einen speziellen Ort haben, wo sie lernen können.“ Außerdem habe er dadurch in den letzten Monaten sehr viele neue Freunde gefunden, erzählt der Junge.

Auch Haya aus dem Irak sieht das ähnlich: „Ich finde es sehr gut, dass die Flüchtlinge hier aufgenommen werden: "Sie müssen schließlich auch lernen und später gute Arbeit leisten.“

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