POLITIK
10/09/2015 06:52 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 07:32 CEST

13 ziemlich offensichtliche Gründe, warum Syrer nach Europa wollen

Es war das Foto des toten syrischen Jungen Aylan, das in der vergangenen Woche das ganze Ausmaß der Flüchtlingskatastrophe zeigte. Ein Kind, keine vier Jahre alt, an den Strand der türkischen Halbinsel Bodrum gespült - die Weltöffentlichkeit konnte gar nicht mehr wegschauen. Selbst der hinterletzte Populist kam gegen die Macht des Fotos nicht an.

Die Flüchtlings-Debatte habe mit Aylan eine neue Wendung erhalten, war in den Tagen nach Veröffentlichung der Fotos häufig zu lesen. Das mag zwar richtig sein. Doch besagte Wendung hätte es schon vorher geben könne, ja sogar müssen.

Denn wer über die Macht von Bildern spricht, kommt nicht um Fotos aus Syrien herum - dem Land also, aus dem Aylan mit seiner Familie geflohen ist. Vor dem Terror des Islamischen Staates. Vor Luftangriffen des Assad-Regimes. Vor der Perspektivlosigkeit.

Wer die folgenden 13 Bilder kennt, der erhält einen Eindruck davon, warum sich derzeit so viele Syrer auf den Weg nach Europa machen - und dafür ihr Leben aufs Spiel setzen.

Mehr als vier Millionen Syrer sind schon vor dem Bürgerkrieg ins Ausland geflohen. Wer noch da ist, ist auf Hilfsorganisationen angewiesen.

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Zusätzlich sind 7,6 Millionen Syrer derzeit in ihrem eigenen Land auf der Flucht.

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Der simple Grund: Die Städte und Dörfer, in denen sie leben, sind nicht mehr sicher.

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Gefahr droht von Rebellen, den Truppen des Machthabers Assad und radikalen Islamisten. Im folgenden Bild ist die Explosion eines IS-Selbstmordattentäters in der syrischen Stadt Kobane zu sehen.

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Die Folgen der Kämpfe zeigt das nächste Foto: zerstörte Städte und Dörfer.

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Besonders perfide: Die Truppen Assads greifen Zivilisten regelmäßig mit den international geächteten Fassbomben an.

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Halb Syrien liegt deshalb in Trümmern. Was 2011 als Volksaufstand gegen Assads Unterdrückungsstaat begann, ist zu einem mittelalterlich anmutenden Religionskrieg eskaliert - der viele Familien obdachlos gemacht hat.

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Je länger der Konflikt dauert, desto mehr schwindet die Hoffnung, ...

syrian boy

... dass die Vertriebenen eines Tages wieder in ihrer Heimat leben können.

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Der Bürgerkrieg droht eine ganze Generation zu traumatisieren. Nach Angaben von Unicef ...

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... sind insgesamt 14 Millionen Kinder in Syrien von Krieg und Terror betroffen.

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"Die Welt schaut zu, wie das syrische Volk in unvorstellbarer Weise leidet“, kritisierte vor kurzem die UN.

kobane

Allein in der Stadt Aleppo wurden Hunderte Kinder von Scharfschützen getötet. Das vielleicht Verrückteste ist: Inmitten des Wahnsinns gibt es immer noch so etwas wie Normalität - und manchmal Momente der Freude:

kobane

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