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09/09/2015 13:29 CEST

"Selbstdarstellung": Kabarettist Somuncu rechnet mit Flüchtlingshelfern ab

Somuncu wirft Flüchtlingshelfern Selbstdarstellung vor
Facebook/Somuncu
Somuncu wirft Flüchtlingshelfern Selbstdarstellung vor

Der Kabarettist Serdar Somuncu, unter anderen bekannt aus der ZDF-„heute show, hat in einem Gastbeitrag für die „Wirtschaftswoche“ die Flüchtlingskrise kommentiert. Und ordentlich ausgeteilt.

Unter der Überschrift „Das ist so typisch deutsch“ wirft er den Deutschen angesichts der Anteilnahme mit Flüchtlingen ein „Selbstdarstellungsspektakel“ vor, das lächerlich sei.

Er kritisiert:

„Immer diese Extreme. Erst gegen Ausländer sein und alles, was fremd ist, unter Generalverdacht stellen, jahrelang nix mitbekommen, wenn eine Nazibande durchs Land zieht und Leute auf offener Straße killt, und dann Kehrtwende um 180 Grad, und alle Flüchtlinge sind plötzlich gut, der Islam gehört zu Deutschland, Vielfalt ist super, blablabla.“

Er schreibt, dass ihn dieser „Common Sense von Wilkommenskultur“ ankotze.

“Letztes Jahr war’s noch die Icebucketchallenge, jetzt sind es die Flüchtlinge. Und so wenig, wie heute noch über den Kampf gegen ALS gesprochen wird, so unglaubwürdig ist die Anteilnahme, wenn sie Teil eines Spektakels wird, bei dem es vielmehr um das Image des engagiertesten Wohltäters zu gehen scheint, als um die Frage, wie man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann.“

Seiner Meinung nach wird „Anti-Rassismus“ zur „kommerziellen Attitude“ und eine Haltung zu der Flüchtlingskrise „zum plumpen Entertainment der intellektuellen High Society“.

Er wünscht sich eine Nation mit viel Zuwanderung, will aber eine Gesellschaft in der Argumentationen zugelassen werden - womit er so tut, als gebe es diese Argumentationen derzeit nicht.

Seine Einstellung: „Nicht jeder Flüchtling, der kommt, ist per se gut und nicht jeder, der gegen die Unterwanderung des Abendlandes protestiert, ein Nazi.“

Wer seine Meinung aufgrund von Trends bilde, „um sie als Schmuck vor seine Ignoranz zu stellen, der ist oft nur ein Opportunist“, schreibt der Kabarettist.

Somoncu hat den Link zum Gastbeitrag auf seiner Facebook-Seite gepostet. Und viele Likes gesammelt. Genauso erntet er aber auch Kritik:

Eine Userin schreibt stellvertretend für andere Kommentatoren, die ähnlich argumentieren:

„Ich kotz' im Kreis...(...) Wenn man sich mal in Realität die Menschen anguckt, die freiwillig helfen, dann sind es zu 80 Prozent besorgte Mittelständische und Studenten, die einfach ein großes Herz haben und durch ihre Anonymität keinen Dank erhaschen. Jeder, der es kritisiert, anderen Menschen zu helfen, hat meiner Meinung nach ein großes Problem mit seiner eigenen Ethik und Moral. Und ich glaube solche Kritik kann nur von den größten Egoisten kommen.“

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