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09/09/2015 14:10 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 08:32 CEST

17 Frauen gestehen, wie Pornografie ihre Sexualität beeinflusst hat

17 Frauen erklären, wie Pornos ihre Sexualität beeinflusst haben
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17 Frauen erklären, wie Pornos ihre Sexualität beeinflusst haben

Pornos können ein kompliziertes Thema bei Frauen sein. Je nachdem wen man fragt, können sie eine Quelle positiver, sexueller Bestärkung sein oder gefährlich und frauenfeindlich. Manche argumentieren, dass die steigende Gewalt die Filme allgemein ungeeignet für Frauen mache. Andere deuten auf feministische Pornographie oder Pornos, die dazu anregen, seine Sexualität anzunehmen, um zu beweisen, dass sie auch Gutes bewirken können.

Wie auch immer man es darstellt, es gibt reale Folgen für die Art, wie uns Pornos Sexualität präsentieren. Gerade bei jungen, leicht zu beeindruckenden Zuschauern, die gerade erst in ihre Sexualität hineinwachsen. Das durchschnittliche Alter, in dem Jugendliche zum ersten Mal mit Pornographie in Kontakt kommen, ist 14 - wenn sie, wie Wissenschaftler sagen, „altersgerecht Interesse an Sex entwickeln".

Frauen werden in der Pornographie oft als Instrument männlicher, sexueller Befriedigung dargestellt. Aktuelle Studien haben übermäßigen Porno-Konsum zu unglücklichen Beziehungen, Depressionen und Versachlichung der Sexualpartner in Verbindung gebracht. Gail Dines, eine Autorin und Wissenschaftlerin, die tausende Pornofilme untersuchte, zufolge, sind einige der extremsten Praktiken, wie Doppelpenetration und „gagging" (den Würgereflex durch Oralverkehr auslösen), immer beliebter geworden.

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Natürlich hängt die Auslegung dieser, auf dem Bildschirm oder auf Papier, dargestellten Praktiken, vom Zuschauer ab. Es gibt ein breites Angebot an pornographischen Inhalten - Frauen haben damit ihre ganz eigenen Erfahrungen gemacht.

Weil der Zugang zu sexuell expliziten Inhalten immer einfacher wird, suchen immer mehr Frauen danach. Um herauszufinden, wie Pornographie ihre Einstellung zu Sex beeinflusst hat, haben wir unser weibliches Publikum befragt und sie gebeten, ihren ersten Kontakt mit XXX-Inhalten zu beschreiben. Die Erfahrungen reichten von den Pornoheften des großen Bruders über eine Vorführung von „Deep Throat" in den 70ern bis zu GIFs, über die man online so stolpert.

Hier sind 17 Frauen die erzählen, wie ihre ersten Erfahrungen mit Pornos sie beeinflusst haben.

1. "Ich glaube, in einem so jungen Alter damit konfrontiert zu werden, hat dazu geführt, dass ich Sex weniger ernst betrachte."

Ich war vielleicht zwölf oder 13 als ich auf die Pornohefte und Videokassetten meines großen Bruders stieß. Das hat mich gewaltig beeinflusst. Sie weckten mein Interesse und ich konnte einfach nicht wegsehen. Ich glaube, in einem so jungen Alter damit konfrontiert zu werden, hat dazu geführt, dass ich Sex weniger ernst betrachte. Sex muss nicht ausschließlich aus Liebe sein, er kann auch aus reiner sexueller Anziehung entstehen.

2. "Ich war überzeugt, dass mir jede Art von Sex gefallen müsse und dass sich Frauen den Wünschen und Bedürfnissen der Männer unterwerfen müssen."

Ich war 14, neugierig und hatte Angst, ausgegrenzt zu werden oder aufzufallen, weil ich die Bedeutung eines sexuellen Begriffs nicht kannte. Sie brachten mich dazu, meinen Körper und die Art, wie ich mich beim Verkehr verhalten sollte, zu hinterfragen. Ich war überzeugt, dass mir jede Art von Sex gefallen müsse und dass sich Frauen den Wünschen und Bedürfnissen der Männer unterwerfen müssen.

3. "Meine Freunde und ich fanden heraus, was Blowjobs sind."

Ich war, glaube ich, 14 Jahre alt. Meine Freunde und ich fanden heraus, was Blowjobs sind. Für uns hörte sich das alles sehr gruselig an, also beschlossen wir, ein wenig nachzuforschen, um herauszufinden, wie das geht. Wir suchten kurz im Internet und fanden ein paar pixelige Videos und sahen sie uns an. Ich glaube, wir waren komplett angewidert, um es schonend auszudrücken. Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass Pornos einen negativen Effekt auf mein Sexleben hatten. Ich bin mir bewusst, dass viele Szenen unrealistisch, gespielt und verschönert sind. Ich bin fast 30 und schaue immer noch gelegentlich Pornos. Für mich sind das auch nur normale Medien mit leicht übertriebenem oder ganz und gar fiktivem Inhalt.

4. "Pornos halfen mir, meinen ersten Orgasmus zu bekommen."

Ich war 18, im College und es lief im Fernsehen. In der einen Nacht, als mein Mitbewohner nicht da war, sah ich es mir an. Pornos halfen mir, meinen ersten Orgasmus zu bekommen. Davor war ich mir nicht mal sicher, ob ich es überhaupt konnte. So wurde mit klar, dass ich eine visueller Mensch bin, wenn es um Erregung geht. Der bleibende Einfluss ist, dass ich immer noch meine Vorstellungskraft verwende, um Bilder heraufzubeschwören, wenn ich zum Orgasmus kommen will.

5. "Danach war ich verwirrt, ich wusste nicht, was man von mir erwarten würde, wenn ich sexuell aktiv werde."

Ich war zehn. Meine Freundin und ich stießen zufällig auf die DVD-Sammlung meines Stiefvaters. Wir waren sehr neugierig auf das, was wir sehen würden und wie Sex so aussah. Danach war ich verwirrt, ich wusste nicht, was man von mir erwarten würde, wenn ich sexuell aktiv werde.

6. "Es kam mir so vor, als müssten Frauen beinahe eine Darbietung hinlegen und perfekt aussehen."

Ich war vielleicht 16 oder 17 und sehr neugierig. Ich wusste, dass mein Freund und so ziemlich jeder Kerl sie anschauten. Es kam mir so vor, als müssten Frauen beinahe eine Darbietung hinlegen und perfekt aussehen. Außerdem dachte ich, der Orgasmus des Mannes sei der wichtigste Teil.

7. "Es hat mich nur verwirrt und ein wenig beunruhigt, weil es eher gruselig und unnatürlich aussah."

Ich war 17 und mit einer Gruppe bei einem Freund zuhause - seine Eltern waren nicht da. Es war komisch und unbehaglich, es mit anderen zu schauen, ich tat es aus Gruppenzwang aber trotzdem. Ich wollte nicht die Prüde in meinem Freundeskreis sein. Es hat mich nur verwirrt und ein wenig beunruhigt, weil es eher gruselig und unnatürlich aussah. Ich konnte mich nicht dazu überwinden, es nochmal anzusehen, bis ich drei Jahre später mit meinem Freund intim wurde und mehr von Sex verstand. Seitdem genieße ich den einen oder anderen Film und lasse mich davon erregen.

8. "Ich hatte schon sehr früh sexuelle Gedanken und dachte, es sei okay."

Ich war ungefähr 13 Jahre alt und fand eine Videokassette meines Vaters. Ich hatte schon sehr früh sexuelle Gedanken, mit fünf oder sechs, und dachte es sei okay. Wenn andere so etwas machen dürfen, darf ich das auch.

9. "Ich erinnere mich an ein pornographisches GIF bei AOL als ich 12 Jahre alt war."

Ich erinnere mich an ein pornographisches GIF bei AOL als ich 12 Jahre alt war. Das erste Mal, dass ich einen richtigen Porno sah, war als ich 18 war und sehen wollte, wie Sex eigentlich abläuft. Ich wollte wissen, was Männern gefällt, wie die ideale sexuelle Begegnung aussieht und ob meine Brüste normal waren. Es hat meine Vorstellung von Sex nicht wirklich beeinflusst, sondern eher die Wichtigkeit hervorgehoben, keinen Würgereiz zu haben.

10. "Ich fühlte mich wohler in meiner Haut und im Bett mit meinem Freund."

Ich war 20 und mein Freund schlug vor, dass wir ihn zusammen schauen. Ich dachte, das sei komisch, aber er meinte, es würde uns beide in die richtige Stimmung bringen - und das tat es auch. Nach ein paar Minuten waren wir dann in unsere eigenen Angelegenheiten verwickelt und ließen den Porno einfach im Hintergrund laufen. Ich fühlte mich wohler in meiner Haut und im Bett mit meinem Freund. Ich war keine sexuell selbstbewusste Person aber er zeigte mir, dass es nicht immer romantischer Blümchensex wie im Kino sein muss. Seitdem liebe ich alles am Sex und kann ehrlich sagen, dass es mit meinem jetzigen Freund nie schlecht war. Außerdem, wenn er nicht da ist, kann ich masturbieren.

11. "Es machte mir Lust auf Sex, aber mich gleichzeitig auch nervös."

Ich glaube ich war 14 und noch Jungfrau. Meine beste Freundin schaute Pornos und redete oft darüber. Ich sah einige komisch geformte Penisse. Es machte mir Lust auf Sex, aber mich gleichzeitig auch nervös, falls ich einige Stellungen nicht machen konnte oder meinen Partner nicht zum Orgasmus bringen konnte.

12. "Ich war angeekelt, verlegen und abgetörnt."

Es war in der siebten Klasse auf einer Party. Ich war angeekelt, verlegen und abgetörnt. Ich kann mich erinnern, dass die Jungs auf der Party sehr fasziniert darauf reagierten und auf die Bilder fokussiert blieben. Während ich älter wurde, lernte ich erotische, weibliche Pornographie zu schätzen und machte sogar dabei mit.

13. "Mein erster Film war Deep Throat - ein großer Unterschied von damals zu heute."

Ich war 17. Ein „Erwachsenenkino" eröffnete in unserer Stadt und der Freund meines Freundes bediente den Projektor. Er war auch noch in der High School, daher ließ er uns kostenlos rein. Ich kann euch nicht sagen, wie viele Eltern wir im Publikum sahen. Der Film öffnete meine Augen, sorgte aber nicht dafür, dass ich Sex als negativ ansah. Das war in den späten 70ern, Porno war damals noch ein wenig anders. Heute ist er ekelerregend, billig und gruselig. Keine Ahnung wie es heute wäre, zum ersten mal einen Porno zu schauen. Mein erster Film war Deep Throat - ein großer Unterschied von damals zu heute.

14. "Ich bekam ein Bild wie viele andere auch - unrealistisch und oft mit dominantem Mann und unterwürfiger Frau."

Ich war 13 und sehr neugierig. Ich denke, ich bekam ein Bild wie viele andere auch - unrealistisch und oft mit dominantem Mann und unterwürfiger Frau. Aber ich glaube, dass Porno einen Einfluss auf den modernen Sex hatte. Er sorgte dafür, dass er nicht länger wirklichkeitsfremd war, sondern eher normal wurde.

15. "Ich wollte die Erregung fühlen, die diese Leute fühlten."

Ich war vier oder fünf Jahre alt und stöberte in der Kommode meines Vaters. Ich fand ein Magazin mit Bildern und Comics für Erwachsene. Ich fragte mich, was meine Eltern da versteckten und was mit meinem Körper passierte, wenn ich die Bilder ansah. Ich wollte die Erregung fühlen, die diese Leute fühlten. Ein paar Jahre später begann ich dann mit Freundinnen zu experimentieren (von der Hüfte aufwärts). Als ich zehn war, fand ich weitere Magazine, dieses mal in Mamas Kommode. Die waren schon expliziter: Penetration, Oralsex, Comshots etc. Ich verlor meine Jungfräulichkeit mit 14, fand aber bis 19 nicht heraus, wie man masturbierte oder Orgasmen bekam.

16. "Der Film sorgte dafür, dass ich glaubte, alles für meinen Freund tun zu müssen - ob es mir gefällt oder nicht."

Ich war 17 als ich zum ersten Mal einen Porno sah. Ich lebte in einer Fernbeziehung und wir brauchten einen Weg, uns sexuell zu verbinden. Wir suchten uns also ein Video aus und schauten es gleichzeitig. Der Film sorgte dafür, dass ich glaubte, alles für meinen Freund tun zu müssen - ob es mir gefällt oder nicht.

17. "Nichts ähnelte dem, was ich bis dahin beim Sex erlebte."

Es war in den späten 70ern. Ich war vielleicht 19 oder 20 und ging mit meinem Verlobten in ein Erwachsenenkino. Ich hatte vorher noch keinen gesehen und war neugierig, deshalb ließ ich mich darauf ein. Mir war das nicht peinlich aber es war so billig - ein ekelhafter Typ, der neben uns onanierte, ein dreckiger Saal aber ein irgendwie interessanter Film, wahrscheinlich weil ich vorher noch keinen gesehen hatte. Ich glaube nicht, dass er meine Ansicht über Sex irgendwie beeinflusst hat, es war komisch, irreal und irgendwie gruselig. Nichts ähnelte dem, was ich bis dahin beim Sex erlebte, mehr wie eine komische, ekelige Fantasie.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Nils Werner aus dem Englischen übersetzt.

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