POLITIK
09/09/2015 07:48 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 06:49 CEST

Er schimpfte bei Facebook über Auswanderer, doch mit der Reaktion im Netz hatte er nicht gerechnet

Emlyn Pearce aus London steckte all seine Wut, seinen Frust und seine Empörung, die sich während des Sommers in ihm angestaut hatten, in einen Facebook-Post über Auswanderer. Er schrieb sich endlich von der Seele, was ihn an der Flüchtlingsdebatte so sehr störte.

Und er war der Meinung, dass das, was er da aufgeschrieben hatte, ziemlich offensichtlich war. Er rechnete höchstens mit ein paar "Gefällt mir"-Angaben seiner Brüder und Freunde.

Doch es kam anders.

Das hier postete Pearce am 27. August auf Facebook:

Auswanderung ist völlig außer Kontrolle in diesem Land und ich habe es satt. Ich bleibe nicht länger still. Du kannst keine Straße auf Jamaica oder in Hong Kong oder Indien entlanglaufen, ohne jemanden Englisch sprechen zu hören und in Kanada und Australien haben wir sogar unser eigenes Rechtssystem eingeführt, das Gemeinwesen dezimiert und unseren eigenes Staatsoberhaupt eingesetzt! EKELHAFT! Englisch ist Amtssprache in 57 souveränen Ländern. SIEBENUNDFÜNFZIG!!! Was zur Hölle? Was glauben wir, wer wir sind?! Und die Regierung tut nichts: Jeder britische Bürger kann einfach seine Koffer packen und gehen, er kann zu JEDER ZEIT an jedem Ort leben und kein Mitglied der britischen Regierung wird irgendetwas dagegen tun. Wenn ich wollte, könnte ich morgen in ein Flugzeug nach Deutschland steigen, mir einen Job in ihrer boomenden Wirtschaft sichern und den Rest meines Lebens dort verbringen! Meine Eltern könnten ihren Lebensabend in Spanien oder Portugal verbringen, ohne Vorankündigung! Warum sollten wir dieses Recht haben? Das ist Political Correctness, aus den Fugen geraten. (Und außerdem ist es vermutlich irgendwie Teil des Kriegs gegen Weihnachten und Gesundheit und Sicherheit und Frauen, die glauben, dass es okay ist, gemütliche, unsexy Kleidung zu tragen.)

Die Zahlen sprechen für sich:

1.300.000 Briten leben in Australien; 761.000 in Spanien; 678.000 in den USA; 603.000 in Kanada; 291.000 in Irland (davon beziehen 11.200 Arbeitslosengeld vom irischen Staat), und sogar 8.500 in Mexiko und 7.100 in Kuwait! Wir sind buchstäblich ÜBERALL! Ich wette, es gibt mindestens eine Greggs-Filiale in den Falklands.

Wir müssen unsere Grenzen sofort schließen, bevor die Situation für alle noch schlimmer wird. Wir schlafwandeln in einen Alptraum, in dem ein Drittel der Welt von den Briten überrannt wird. SCHON WIEDER!

Anmerkung: An alle Army-Gefolgsmänner, die mir für diesen Text Hassmails schreiben: Ich bin schwul und werde mich vor euren Profilbildern wütend selbstbefriedigen. Nur damit ihr es wisst.


Emigration is completely out of control in this country, and I'm sick of it. I'm not staying quiet any more. You can't...

Posted by Emlyn Pearce on Thursday, August 27, 2015


Pearce, der in Südafrika geboren wurde, sagte gegenüber "Buzzfeed News": Ich dachte, es wäre an der Zeit, die Menschen daran zu erinnern, dass diese Migrationssache in zwei Richtungen verläuft."

Zu seiner Überraschung ist der Facebook-Post inzwischen mehr als 24.000 Mal geteilt worden. Die Rückmeldungen, die Pearce bekommen hat, seien hauptsächlich positiv ausgefallen, sagte er gegenüber "Buzzfeed". Ob das etwas mit seinem vorletzten Satz zu tun hat?

Pearce ist jedenfalls froh, dass seine Nachricht durchgedrungen ist und freut sich auf viele weitere Zuwanderer: "Jetzt gerade sind neue Geschenke auf dem Weg durch Europa in unser Land. Neue Ideen, neue Talente, neue Perspektiven, neue Helden, denen unsere Kinder nacheifern können - und wir müssen uns soviel wie möglich schnappen, bevor die Deutschen es tun."

Recht hat er.


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