POLITIK
08/09/2015 06:04 CEST | Aktualisiert 08/09/2015 06:17 CEST

Toter Flüchtlingsjunge neben Gucci-Tasche - diese Werbung hätte nie erscheinen dürfen

Das Bild es toten Flüchtlingsjungen Aylan ging vergangene Woche um die Welt. Der syrische Junge war auf der Flucht aus seinem Heimatland nach Europa mit seiner Familie über das Mittelmeer, als das Boot kenterte. Nur der Vater überlebte.

Zeitungen auf der ganzen Welt druckten das bewegende Bild auf ihren Titelseiten. Denn es zeigte das ganze Grauen der Flüchtlingskrise wie unter einem Brennglas. So auch die wichtigste Tageszeitung Frankreichs "Le Monde".

Allerdings passierte der Redaktion und den Verantwortlichen der Werbeabteilung ein gravierender Fehler: Auf Seite 5 der Zeitung, nach kurzem Umblättern, war eine Werbung der Luxusmarke Gucci abgedruckt. Sie zeigt einen jungen Mann am Strand liegend, eine sündteure Tasche in seinen Armen. Folgendes Gif zeigt den Effekt:

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Dieser Tweet zeigt die Bilder nebeneinander. Der Fall erregte in Frankreich Tausende Nutzer in den sozialen Netzwerken.

Aber müssen wir uns wirklich darüber aufregen, dass die Motive so ähnlich sind und die Bilder so nah beieinander erschienen?

Vielleicht erzählen die beiden Bilder ja auch auf einfache Weise eine tiefere Wahrheit über die Flüchtlingskrise? Denn arm und reich, Konsumgesellschaft und Krisengebiet, Leben und Tod lagen noch nie so nah zusammen wie heute. Wundern wir uns wirklich, dass die einen so leben wollen wie die anderen?

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