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08/09/2015 06:07 CEST | Aktualisiert 08/09/2015 07:19 CEST

Nordkorea-Flüchtling: Kim Jong Un wird bald stürzen

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un

Seit fast 70 Jahren wird das kommunistische Nordkorea von Männern mit dem Familiennamen Kim regiert. Mittlerweile steht mit Diktator Kim Jong Un die dritte Machthaber-Generation an der Spitze des Landes. Menschenrechtsverletzungen sind dort traurige Normalität.

Wer sich kritisch äußert, landet in Arbeitslagern und wird gefoltert. Die 25 Millionen Nordkoreaner leben bis auf einen kleinen Kreis von Günstlingen in bitterer Armut. Doch nun gibt es ein Zeichen, dass das autoritäre Regime am Ende ist.

Er musste flüchten - weil es in Nordkorea zu gefährlich wurde

"Ich kann sicher sagen, dass das nordkoreanische Regime innerhalb von zehn Jahren zusammenbricht." Dieser Satz ist ein Signal dafür, dass Kims Macht langsam erodiert. Gesagt hat ihn ein nordkoreanischer Flüchtling, den der Fernsehsender CNN interviewt hat. Erst vor einem Jahr ist er über die Grenze geflohen.

Die Umstände seiner Flucht und seine Identität bleiben geheim. Über seine Lebensumstände ist jedoch bekannt: Der Mann verkehrte in der nordkoreanischen Elite, er war dem schrecklich-schrulligen Diktator nah.

Das war der Fehler des Diktators

Deshalb kann er Insider-Berichte aus dem Machtzirkel liefern, der den Nordkoreanern wie auch dem Rest der Welt bislang weitgehend unbekannt geblieben ist. Verglichen mit seinem Großvater Kim Il Sung und seinem Vater Kim Jong Il führe Kim Jong Un "das Regime, das am instabilsten ist".

Es werde zudem das kürzeste sein. Denn Kim hat den Rückhalt der Eliten verloren, die ihm die Treue halten. Er ging einen Schritt, den sich seine Vorgänger nicht zutrauten: Der Diktator ließ seinen Onkel und dessen Familie hinrichten. Anscheinend war der Verwandte in Ungnade gefallen. Seitdem geht in den höheren Kreisen Nordkoreas die Angst um: Wen könnte der Machtwahn Kims als nächsten das Leben kosten?

Wird sein Volk ihn stürzen?

Nordkoreas Diktatoren lebten immer gut damit, sich mit einem kleinen Umfeld an Offiziellen zu umgeben, die im Hintergrund bleiben, aber in Wohlstand und Sicherheit leben. Doch mit deren Unterstützung kann Kim nun nicht mehr rechnen.

Die Hinrichtung des Onkels ließ er öffentlich bekanntgeben - ein schwerer taktischer Fehler. Der Flüchtling ist überzeugt, dass Kim erst die Treue seiner Elite und schließlich die des restlichen Volks verlieren wird. "Die Bevölkerung wird das Vertrauen in ihren Führer verlieren, weil sie mitbekommen hat, wie er seinen eigenen Onkel getötet hat."

Die Angst vor Kim geht um

Die Kims lebten bislang - heimlich - im Reichtum. Es gibt Berichte über ein mysteriöses "Büro 39", das Millionen von Dollar in das Land schaffen soll. Doch kann Kim mit Geld allein seine Macht sichern?

Es sieht nicht danach aus. Der Flüchtling aus den höheren Gesellschaftsschichten Nordkoreas nahm eine gefährliche Flucht auf sich und ließ seine Familie in der Heimat zurück. Die Angst vor den Mordgelüsten des Diktators, sagt er, war einfach zu groß.

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