POLITIK
08/09/2015 07:43 CEST | Aktualisiert 08/09/2015 12:19 CEST

An den Neonazi, der einen Schwarzen zum Sündenbock machen wollte

Sean Gallup via Getty Images
BERLIN, GERMANY - AUGUST 24: Supporters of the Pegida movement show the middle finger to hecklers as they march past the Chancellery on August 24, 2015 in Berlin, Germany. Pegida is critical of Islam and many of its supporters see Muslim immigration as a threat to Germany. Germany is expected to take in 800,000 refugees and migrants this year, many of them from Muslim countries such as Syria, Afghanistan and Iraq, and Germany has seen a spate of protests and violence in recent weeks by right-wi

Dass Nazis eine eigene Vorstellung von Wahrheit haben, das dürfte wohl allen bekannt sein. Doch diese Geschichte aus dem brandenburgischen Lübbenau zeigt, wie sich die Rechten die Wahrheit zurechtlegen und Geschichten erfinden.

Wenn Neonazis auf der AfD Seite lügen, hetzen und einfach nur dummen Mist verbreiten.Post befindet sich seit 30...

Posted by Gegen die Alternative für Deutschland on Montag, 7. September 2015


So war es gar nicht

Das vermeintliche Gewaltopfer Matthias soll von einem "Schwarzen" dreimal "angestochen" worden sein. Daraufhin musste er ins Krankenhaus. Doch die Polizei entlarvte den Lügner ziemlich schnell mit einem öffentlichen Statement. Kurz zum Vorfall:

Eine Polizeisprecherin sagte gegenüber der "Lausitzer Rundschau", dass es zu einem Streit gekommen war. Beteiligt waren ein senegalesischer Mitarbeiter einer Cottbuser Firma und ein angetrunkener Lübbenauer auf dem Lindenfest in der Lübbenauer Neustadt.

Aus Messerattacke wurde ein Suff-Unfall

Der 23-Jährige aus Lübbenau pöbelte den Senegalesen an, woraufhin später Anzeige wegen Beleidigung bei der Polizei erstattet wurde. Nach Mitternacht sei der Streit eskaliert und beide wurden handgreiflich. Mehrere Personen mussten den Pöbler und den Senegalesen auseinander bringen.

Noch später wurde der betrunkene Lübbenauer in ein Krankenhaus gebracht. Gegenüber der Polizei sagte er, dass es sich selbst das Zustandekommen seiner Verletzung nicht genau erklären könne. Der Facebook-Community hat er da aber eine ganz andere Geschichte erzählt. Komisch. Warum also postet Matthias dann dieses Bild auf der Facebook-Seite der AFD?

Derzeit wird noch ermittelt, ob der alkoholisierte Lübbenauer möglicherweise auf einen Bauzaun gefallen war und sich so die Verletzungen zuzog.

Warum lügt man sich so einen Unfug zusammen?

Warum verdreht er die Wirklichkeit so? Er kann doch dazu stehen, dass er offen fremdenfeindlich ist. Das zeigt seine Facebook-Seite. Gegen Multikulti. Gegen Globalisierung. Denn das bringt ja den Volkstod, heißt es dort.

Die Meinung zu haben ist die eine eine Sache. Aber einen unschuldigen Senegalesen zuerst mit fremdenfeindlichen Äußerungen zu beleidigen und ihn dann auch noch einer Messerattacke zu beschuldigen, die sich als Bruchlandung auf einem Bauzaun entpuppt, ist einfach nur arm.

Vielleicht sollten Sie, lieber Matthias, das nächste mal zwei oder drei Bier weniger trinken und sich vorher einmal überlegen, wie man mit einem anderen Menschen umgeht. Dann wäre diese traurige Lüge gar nicht entstanden, sie hätten keine Probleme mit der Polizei und das internet würde nicht über Sie lachen. Sehen Sie es als kleinen Tipp und Denkanstoß für das nächste Lindenfest.

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