POLITIK
07/09/2015 18:07 CEST | Aktualisiert 07/09/2015 18:23 CEST

Warum diese 4 Politiker uns Deutsche jetzt hassen - und uns das stolz machen kann

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In den vergangenen Monaten hat sich die Flüchtlingskrise in Europa mit jedem Tag verschärft. Das hat auch Auswirkungen auf die politische Stimmung in den EU-Ländern.

Während sich in einigen Staaten, darunter Deutschland und zunehmend auch Frankreich und Großbritannien, die Regierung deutlich gegen die Hetzparolen der Asylgegener ausspricht und zumindest im Ansatz Maßnahmen zur Bewältigung der Krise anstößt, steht die Stimmung in anderen Ländern auf Messers Schneide.

In Ungarn heizen Viktor Orban und seine Rechtspopulisten die Stimmung gegen Flüchtlinge gezielt auf. Orban sieht die ankommenden Flüchtlinge als "Problem der Deutschen", das hat er unmissverständlich klar gemacht.

Auch in Dänemark spielen die Herausforderungen, die durch die ankommenden Flüchtlinge entstehen, den Populisten in die Hände. Dort wird es immer wahrscheinlicher, dass rechte Kräfte sich im Parlament durchsetzen.

Deutschland bringt Politiker rechtspopulistischer Parteien immer weiter gegen sich auf. Gerade mit der offenen Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen, die in den letzten Tagen an deutschen Bahnhöfen zu beobachten war und die Merkel schon mehrfach betont hat, haben die Deutschen sich einige Feinde in Europa gemacht.

Hier sind 4 Politiker, die Merkel - und die meisten Deutschen - jetzt hassen - und warum uns das stolz machen kann:

Marine Le Pen

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Die Chefin des rechtsnationalen Front National nutzt die gesamteuropäische Flüchtlingskrise seit neuestem für gezielte antideutsche Stimmungsmache. Am Sonntagabend ließ Le Pen eine Anschuldigung los, die alle bisherigen Aussagen aus Richtung der Rechten aber noch in den Schatten stellt. Berlin erkläre sich nur bereit, so viele Flüchtlinge aufzunehmen, so ätzt sie, um sie als “Sklaven” zu rekrutieren. Mit der “Masseneinwanderung” wolle Merkels Regierung nur billige Arbeitskräfte ins Land schaffen, um “die Löhne weiter zu senken”.

Viktor Orbán

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Dem ungarischen Rechtspopulisten sagt Merkels Offenherzigkeit in der Flüchtlingsfrage gar nicht zu. Deutschland und Österreich sollten gefälligst ihre Grenzen dicht machen, fordert der Regierungschef. Am Sonntag rief er dazu auf, beide Länder sollten “klar sagen”, dass sie keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen, ansonsten würden weiterhin “mehrere Millionen” Menschen nach Europa kommen.

Nigel Farage

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Auch der Chef der britischen Ukip Nigel Farage ist der Ansicht, Deutschlands Politik der offenen Arme locke nur noch mehr Flüchtlinge nach Europa. Merkel sei schuld daran, dass die Anreize so hoch seien, kritisiert Farage. Am Freitag sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung, die Flüchtlingswelle werde zu einer Art "panischem Ansturm" auf die Europäische Union. Man dürfe die Flüchtlinge nicht “einladen und damit diesen Run” auf Europa auslösen. Stattdessen müssten die Euroländer, allen voran Deutschland, Hilfszentren außerhalb der eigenen Grenzen errichten.

Bernd Lucke

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Auch - oder gerade - aus dem eigenen Land schlägt Merkel in diesen Tagen harsche Kritik entgegen. Die kommt vor allem aus der CSU und wenig überraschend aus den Reihen der rechtspopulistischen Politiker, allen voran Ex-AfD-Chef Bernd Lucke. Die von ihm neu gegründete Partei Alfa setzt sich dafür ein, drastisch weniger Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Luckes Partei wehrt sich nach eigenen Worten ausdrücklich gegen den von Merkel vermehrt aufgegriffenen Begriff der “Willkommenkultur”. Sie bezeichnet ihn als naiv und illusorisch.

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