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05/09/2015 04:32 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 04:17 CEST

4 Gründe, warum Deutschland das Drei-Tage-Wochenende braucht

thinkstock.de
Experte empfiehlt 3 Tage Wochenende für alle

Die Sommerferien sind größtenteils vorbei, viele Menschen kehren an den Arbeitsplatz zurück und fragen sich: Muss diese Tretmühle eigentlich sein? Wie viel Arbeit ist eigentlich sinnvoll? Eine Antwort, die immer mal wieder auf diese Frage kommt ist: Die Wirtschaft und die Menschen wären besser dran, wenn wir weniger arbeiteten.

Fakt ist dabei aber: Von selbst wird die Zahl der Arbeitsstunde nicht weniger. Ganz im Gegenteil.

Der Fehler liegt in unserer ethischen Bewertung von Arbeit. Das jedenfalls glaubt der Wirtschaftswissenschaftler David Spencer, der in England lehrt. Er schlägt vor, dass wir alle nur noch sechs statt acht Stunden am Tag arbeiten. Umgerechnet würde das also bedeuten, dass wir alle ein Drei-Tage-Wochenende haben.

Hier sind vier Gründe, warum ein Drei-Tage-Wochenende uns alle weiter bringt.

1. Arbeit macht krank

Eine zu hohe Arbeitsbelastung führt zu vielen Krankheitstagen. Druck und Stress wirken sich auf die Motivation aus, verursachen Depressionen und führen bis zu Burnout oder Herzkrankheiten. Das kostet dem Unternehmen natürlich Geld, denn ein kranker und unproduktiver Arbeiter muss auch bezahlt werden. Weniger Arbeit reduziert die Auswirkungen von Stress und Co. und die Arbeiter haben mehr Zeit, ihre Batterien wieder aufzuladen.

2. Weniger Arbeit steigert die Produktivität

Wer sich jeden Morgen, in Aussicht auf acht Stunden ermüdende Aufgaben, an die Arbeit schleppt, ist nicht sehr motiviert. Wer sich allerdings auf sechs Stunden und die dahinter liegende Freizeit blickt, ist bereit, mehr zu leisten.

Will Kellog, Chef des bekannten Cerealienherstellers, bewies das in den 30er Jahren während der großen Depression. Anstatt seine Mitarbeiter für acht lange Stunden arbeiten zu lassen, schraubte er die Arbeitszeit auf sechs Stunden herunter und stellte noch eine zusätzliche Schicht ein. Resultat waren vier äußerst produktive Schichten wo vorher nur drei mäßig Produktive Schichten waren. So reduzierte er gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit.

3. Mehr Freizeit bedeutet mehr Konsum

Bei langen Arbeitstagen bleibt kaum Zeit, das hart verdiente Geld auszugeben. Wer aber viel Freizeit hat, lebt nicht nur entspannter und gesünder, sondern hat auch mehr Möglichkeiten sein Gehalt einzusetzen. Durch die höhere Nachfrage wäre auch wieder Platz für Wachstum.

4. Technischer Fortschritt macht es möglich

Dank der technischen Errungenschaften im letzten Jahrhundert wurden dem Mensch eine Menge Aufgaben abgenommen. Eigentlich müsste die Arbeitszeit doch damit sinken, oder? Würde sie, wenn wir den Fortschritt richtig nutzen würden, behauptet der Anthropologe David Graeber. Zeit, die durch Maschinen eingespart wird, wird mit sinnlosen Aufgaben gefüllt. Arbeit nur der Arbeit willen ist sicher keine Lösung und der Produktivität nicht zuträglich.

Diverse Daten geben der Idee Spencers Rückhalt. So ist die wirtschaftliche Leistung Chinas nahezu explodiert, als sie in den 90er Jahren die 40 Stunden Woche einführten. Die Tabelle der OECD zeigt auch, dass mit weniger Stunden pro Woche ein höheres Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet werden kann. Auch wenn zum BIP mehr gehört als nur die reine Arbeitszeit – der Trend ist eindeutig erkennbar.

Aber wie schaffen wir es dann, weniger zu arbeiten, wenn die Arbeit nicht von selbst weniger wird? Die wohl einzige Möglichkeit ist, dass Unternehmen und Politik umdenken. Fakt ist: Weniger Arbeit schafft mehr Lebensqualität und wohl auch mehr Produktivität. Ein Drei-Tage-Wochenende wäre dafür doch das perfekte Mittel.

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