POLITIK
04/09/2015 03:50 CEST

Großbritannien will Flüchtlinge von der syrischen Grenze holen

Großbritannien will Flüchtlinge von der syrischen Grenze holen
dpa
Großbritannien will Flüchtlinge von der syrischen Grenze holen

Es hat etwas bewirkt. Das Bild, das die Welt aufgerüttelt hat. Das Bild des dreijährigen Aylan, der mit seiner Familie aus Syrien geflohen und auf dem Weg nach Griechenland ertrunken war.

Großbritannien wird nun offenbar tausend Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Das berichtet der britische „Guardian“ am frühen Freitagmorgen. Der britische Premier David Cameron hat sich nun unter dem Eindruck des Bildes und insbesondere des Drucks der Medien und Bevölkerung dazu entschieden. Die Zeitung „Independent“ etwa hatte die Veröffentlichung des Bildes zum Anlass genommen, eine Petition an Cameron zu starten – für mehr Humanität.

Großbritannien will die Flüchtlinge offenbar direkt von der syrischen Grenze holen. Dort befinden sich Camps des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Damit würde den Menschen die lebensgefährliche Schleusung erspart. Aylans Familie etwa hatte Medienberichten nach in Kanada einen Asylantrag gestellt, der abgelehnt worden war. Die Familie hatte dann versucht, sich nach Europa zu retten. Nur der Vater hat überlebt, seine Frau und die beiden Kinder ertranken.

Ein Kurswechsel in Camerons Politik ist das allerdings nicht. Bislang schottet sich Großbritannien stark ab. Und auch diesmal, so schreibt der „Guardian“, wolle Cameron erstens nicht sehr viele Syrer aufnehmen, viel weniger als Deutschland etwa. Zweitens vertrete er weiter den Standpunkt, dass man die Krise in Europa nur befördere, wenn man bereits nach Europa geflohene Syrer aufnehme. Das fördere nur die Schleuser und die gefährliche Flucht. Er wehrt sich weiter gegen feste Aufnahmequoten für jedes EU-Land, wie sie etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert.

Seit Beginn des Syrienkrieges 2011 hat Großbritannien 5000 Syrer aufgenommen. Zum Vergleich: In Deutschland sollen es laut Auswärtigem Amt 120.000 gewesen sein. Wie viele Flüchtlinge Cameron nun einreisen lassen will, steht noch nicht genau fest.

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