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04/09/2015 16:21 CEST | Aktualisiert 09/09/2015 04:36 CEST

Dieser Milliardär glaubt, er hätte die Lösung für die Flüchtlingskrise

Hassan Ammar/AP
Dieser Milliardär glaubt, er hätte die Lösung für die Flüchtlingskrise

Ein ägyptischer Milliardär aus der Telekommunikationsbranche hat die Idee geäußert, eine Insel im Mittelmeer kaufen zu wollen und darauf Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern unterzubringen.

Naguib Sawiris, dessen Vermögen auf 2,9 Milliarden Dollar geschätzt wird, postete seinen Plan diese Woche auf Twitter.

"Griechenland oder Italien: Verkauft mir eine Insel, ich werde sie unabhängig machen, die Migranten unterbringen und ihnen Jobs geben, mit denen sie ihre neue Heimat aufbauen.“

"Vielleicht eine verrückte Idee ... aber wenigstens temporär, bis sie in ihre Länder zurückkehren können??!!“

Der Nachrichtenagentur AFP sagte er später: "Natürlich ist das machbar. Es gibt dutzende verlassene Inseln, die tausende Flüchtlinge unterbringen könnten.“

Er schätzte eine Insel vor Griechenland oder Italien auf etwa zehn bis 100 Millionen Dollar, betonte aber: "Der größte Teil ist die Investition in Infrastruktur.“

naguib sawiris

Das Vermögen des ägyptischen Telekommunikations-Milliardärs Naguib Sawiris wird auf 2,9 Milliarden Dollar geschätzt.

Sawiris gab zu, dass der Plan einige Schwierigkeiten aufweist – unter anderem, ob Griechenland oder Italien überhaupt überzeugt werden könnten, eine Insel zu verkaufen und die Rechtsprechung und Zölle anzupassen.

Er bestand aber darauf, dass Flüchtlinge, die auf die Insel kämen, wie Menschen behandelt würden. "So, wie sie jetzt behandelt werden, wird nur Vieh behandelt“ sagte er.

Dem Fernsehsender CBC sagte er am Mittwoch: "Kein rechtschaffener, normaler Mensch würde die Nachrichten schauen und nicht beschließen, etwas dagegen zu unternehmen.“

syria

Ein türkischer Polizist trägt den Körper des leblosen, syrischen Kindes Aylan Kurdi vom Bodrumer Strand weg. Das Boot, mit dem der Flüchtling fuhr, kenterte vor der Küste.

Dem Nachrichtensender "Al Ahram" zufolge, nannte Sawiris die 32.000 Einwohner-Stadt "El Gouna" als Beispiel dafür, wie er "Wüstenland bewohnbar gemacht hatte.“

Sawiris Kommentare kommen nach einer Woche voller erschütternder Nachrichten, die der Welt die Tragweite der europäischen Flüchtlingskrise erst klar machten.

Sein Plan klingt ähnlich dem des amerikanischen Immobilientycoons Jason Buzi, der im Juli eine "Flüchtlings-Nation“ vorschlug. Ein neues Land "das jeder Flüchtling aus der ganzen Welt Zuhause nennen kann.“

Buzis Plan wurde allerdings von einem Berater der australischen Regierung zerschmettert. Er sagte, man würde die Flüchtlinge "wie Leprakranke" behandeln.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post UK und wurde von Nils Werner aus dem Englischen übersetzt.

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