WIRTSCHAFT
04/09/2015 11:20 CEST | Aktualisiert 23/08/2017 10:13 CEST

Ein Bürger erklärt, dass er nicht für die Weltprobleme zahlen will. Das ist Gregor Gysis geniale Reaktion

Jung und naiv

Das folgende Video verbreitet sich gerade rasant im Netz.

Die Protagonisten: Ein besorgter Bürger. Und Gregor Gysi, damals Linken-Fraktionschef.

Die Handlung: Gysi stellt sich in Berlin den Fragen der Bürger. Ein älterer Mann hat zwar überhaupt keine Frage, aber er will die Gelegenheit nutzen, um seine Sorgen zu formulieren. Er wolle als Bürger nicht die Verantwortung für die Weltprobleme übernehmen. Jeder müsse an sein eigenes Leben denken, er wolle sich nicht, wie er sagt, um die Überbevölkerung in Afrika kümmern müssen. Und erst recht nicht dafür zahlen.

Der Linken-Fraktionschef nutzte die Chance, um allen Menschen etwas zu sagen, die behaupten, die Flüchtlinge würden ihnen das Geld wegnehmen.

Gregor Gysi trifft auf einen Bürger, der nicht für andere verantwortlich sein möchte: "Als wir weniger Flüchtlinge...

Posted by Jung & Naiv on Donnerstag, 3. September 2015

„(...) Mir hat einer geschrieben, der arm war, wenn es weniger Flüchtlinge gebe, dann hätte er mehr. Dann habe ich gesagt: So, dann kennen Sie den Bundestag ganz anders als ich. Als wir weniger Flüchtlinge hatten, ging es Ihnen dann besser?

Der antworte der mir: nein.

Dann sage ich: So ist der Bundestag nicht, der verteilt nicht, weil plötzlich weniger Arme da sind, das Geld an die übrigbleibenden Armen. So ist der gar nicht gestrickt.

Dann hat mir einer geschrieben. Ja, aber wenn wir die nicht hätte, dann würden wir ja mehr Geld für Bäder, für Schulen und so weiter.

Wirklich? Hatten wir, als wir weniger Flüchtlinge hatten, mehr Gelder für Bäder und für Schulen?

Dann schrieb er: Nein.

Wissen Sie, was die Illusion ist? Sie schauen zur Seite. Das ist der falsche Blick. Wenn Sie was verändern wollen, wenn Sie mehr soziale Gerechtigkeit herstellen wollen, müssen wir endlich nach oben schauen. Wir müssen das Verhältnis zwischen Reichtum und Armut in unserer und anderen Gesellschaften verändern.“

(via Jung & Naiv)

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