LIFESTYLE
03/09/2015 14:20 CEST | Aktualisiert 02/12/2015 10:14 CET

Das ist der Grund, warum viele Männer rote Bärte, aber keine roten Haare haben

In den letzten Jahren sind Bärte wieder in Mode gekommen. Seit Urzeiten stehen sie für Männlichkeit, Reife und Erfahrung – ehrenwert, wer versucht das nachzuahmen. Doch wer die Gesichtsbehaarung noch nie ausprobiert hat, erlebt bei den ersten Versuchen womöglich den Schreck seines Lebens: An Kinn und Wangen sprießen rote Haare, obwohl derjenige blond oder braunhaarig ist.

Und das Phänomen ist gar nicht so unüblich. Petra Haak-Bloem, Spezialistin im niederländischen Gen- und Erbforschungszentrum Erfocentrum, erklärt im Interview mit "Motherboard“, dass die Haarfarbe auf genetischer Ebene höchst komplex sei.

„Die Gene, die über die Haarfarbe entscheiden, werden durch die sogenannte unvollständige Dominanz vererbt.“ Das bedeutet, dass es kein dominantes Gen gibt, sondern dass sich alle Gene gegenseitig beeinflussen. Die Haarfarbe hängt also von der Mischung der Gene ab, die man von den Eltern erbt.

diekmann

Bildquelle: Getty

Es gibt also keine einheitlich festgelegte Haarfarbe. Es ist durchaus möglich, dass sich das Gen für rotes Haar nur in bestimmten Bereichen durchsetzt.

Die eigentliche Haarfarbe richtet sich nach der Menge des Pigments Melanin in ihnen. Das Gen enthält nicht nur Informationen, welche Pigmente produziert werden sollen, sondern auch wie viele.

„Bei Menschen mit weißer Hautfarbe beispielsweise, ergibt sich die Haarfarbe aus zwei Formen von Melanin: Eumelanin [schwarze Pigmente] und Phäomelanin [rote Pigmente],“ erklärt Haak Bloem.

„Vor über einem Jahrzehnt entdeckten Forscher, dass ein spezifisches Gen auf dem 16. Chromosom eine bedeutende Rolle bei Rothaarigen spielt,“ sagt sie. Es wird MC1R genannt und sorgt dafür, dass rote Pigmente in schwarze umgewandelt werden.

xabi alonso

Hat also jemand zwei mutierte MC1R Gene, werden weniger rote Pigmente umgewandelt und können sich ausbreiten. Die Person hat dann rote Haare und relativ helle Haut.

Wenn jemand nur ein mutiertes MC1R Gen hat, sind die Auswirkungen nicht so stark. Doch es kann passieren, dass sich die roten Pigmente an einer Stelle des Körpers durchsetzen – bei vielen Männern ist es der Bart. Sie teilen dann das Schicksal von Kai Diekmann, Xabi Alonso oder Dirk Nowitzki. Naja. Es gibt schlimmeres.

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