WIRTSCHAFT
02/09/2015 10:36 CEST | Aktualisiert 02/09/2015 11:16 CEST

Generation der Zufriedenen: Darum sind die ab 30-Jährigen glücklich

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Generation der Zufriedenen: Darum sind die über 30-Jährigen so glücklich

Die "Generation Mitte", das sind 35 Millionen Deutsche zwischen 30 und 59 Jahren. Sie sind die Leistungsträger der Gesellschaft - und mit ihrem Leben gerade ziemlich glücklich. Zumindest die wohlhabenden, wie eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Allensbach-Erhebung im Auftrag der deutschen Versicherer zeigt.

Die Erhebung malt das Bild einer satten Generation, mit wenig Lust auf Veränderung. Ein Bild, das wir seit Jahren an den Wahlurnen sehen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gilt als Verkörperung der Stagnation, der Veränderungsresistenz. Und wird offenbar genau dafür geliebt. Merkel zwingt ihre Wähler nicht zum Kante zeigen, ihre Politik erlaubt zumindest kurzfristig einen Rückzug ins Private, ins Unpolitische.

Bei den wohlhabenderen Deutschen ist das durchaus verständlich, aber für viele in dieser Generation - das zeigen die Umfrageergebnisse - verbessern sich die Lebensverhältnisse nicht. Sie würden von einer dynamischen Gesellschaftsentwicklung profitieren.

Hier sind 6 Fakten zur "Generation Mitte":

1. 91 Prozent der 30- bis 59-Jährigen bewerten ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut. Deshalb wollen sie an ihrem Leben selbst wenig ändern.

lebensqualitaet

2. "Die Ängste um die Sicherheit des Arbeitsplatzes sind so gering, wie seit Jahrzehnten nicht mehr", sagte Allensbach-Meinungsforscherin Renate Köcher. Das wirtschaftliche Umfeld schätzen zwei von drei der 1020 Befragten für ihre Generation als gut oder sehr gut ein. Auch die politische Stabilität trage viel dazu bei.

wirtschaftlichkeit

3. Defizite sieht die "Generation Mitte" der Umfrage zufolge vor allem im Bildungssystem und bei der Kriminalitätsbekämpfung. Die Wünsche der "Generation Mitte" überraschen nicht: Sie wünscht sich vom Staat weniger Steuern und Abgaben, geringere Unterschiede zwischen arm und reich sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

4. Bei der Lebensqualität gibt es aber große Unterschiede zwischen den sozialen Schichten. Diese bilden die Meinungsforscher anhand von Einkommen, Schulbildung und Beruf. Nur jeder Fünfte in der niedrigsten von drei sozioökonomischen Gruppen gab an, sein Lebensstandard habe sich in den vergangenen fünf Jahren eher verbessert. In der reichsten Gruppe waren es 45 Prozent.

Damit bildet die mittlere Generation ziemlich genau den gesamtwirtschaftlichen Trend ab: Die Reichen werden eher reicher, die Mittel- und Unterschicht stagnieren in der Wohlstandsentwicklung.

5. Fast die Hälfte der Befragten macht sich der Umfrage zufolge Sorgen, dass die Altersvorsorge nicht ausreicht. Auch hier blickt die Unterschicht pessimistischer in die Zukunft. Zugleich werde auch immer weniger vorgesorgt, sagte Köcher. Der Grund für diesen Widerspruch: In den unteren sozialen Schichten fehlten zum Teil die Möglichkeiten, sagt Köcher. Zugleich seien Sparen und Anlegen derzeit nicht attraktiv. "Eine risikofreie gute Rendite ist gerade nicht realisierbar."

lebensstandard

6. 41 Prozent der Befragten erwarten eine Erbschaft oder haben bereits geerbt. Fast die Hälfte von ihnen plant dieses Geld auch für den Lebensstandard im Alter fest ein. Die Summe werde aber nicht ausreichen um die Sorgen der "Generation Mitte" zu beseitigen.

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