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03/09/2015 04:07 CEST

In diesem Land ist die Lage der Flüchtlinge viel dramatischer als in Ungarn

Tausende Flüchtlinge in Griechenland angekommen
dpa
Tausende Flüchtlinge in Griechenland angekommen

Deutschland schaut in diesen Tagen nach Ungarn. Tausende setzten sich in Züge in Richtung Deutschland und haben damit einen politischen Streit entfacht - wie viel kosten uns die Zuwanderer? Wie geht Europa mit ihnen um? Wie viele Flüchtlinge kann Deutschland aufnehmen?

Noch bevor diese Fragen wirklich geklärt sind, kündigt sich aus dem Süden Europas schon die nächste Flüchtlingswelle an. Genauer gesagt aus Griechenland. Dort kommen immer mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer vor allem auf die Ostägäisinseln Leros, Kos, Lesbos, Kalymnos, Samos und Agathonisi. Allein auf Lesbos sollen sich aktuell rund 15.000 Flüchtlinge befinden. Zum Vergleich: In Budapest am Bahnhof sind es bis zu 3000.

Die griechische Regierung bringt die Flüchtlinge von den Inseln derzeit ans Festland. Allein 2500 Migranten sind am Mittwochmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angekommen. Von dort machen sie sich auf den Weg nach Norden.

Hier sind 4 Fakten zur Situation der Flüchtlinge aus Griechenland

1. Die Menschen wollen in der Regel nach Westeuropa weiterreisen. Von Athen aus reisen die Flüchtlinge nach Mazedonien, wo sie versuchen, einen der Züge zu bekommen, die nach Serbien fahren. Von dort führt ihr Weg nach Ungarn und Österreich. Viele der überwiegend syrischen Flüchtlinge wollen weiter nach Deutschland.

piraeus

2. Auf der Ostägäisinsel Lesbos harren seit Tagen mehr als 15.000 Flüchtlinge aus - und jeden Tag kommen Hunderte von Neuankömmlingen aus der Türkei hinzu. Nach vorläufigen Daten der EU-Grenzschutzagentur Frontex trafen allein in der vergangenen Woche mehr als 23.000 Bootsflüchtlinge in Griechenland ein. Die Küstenwache gab an, sie habe vor den Inseln der Ostägäis binnen 24 Stunden mehr als 1200 Menschen aufgegriffen.

3. Die Lage der Flüchtlinge ist desolat. Wegen der schweren Finanzkrise in Griechenland haben die Kommunalbehörden auf den Ostägäisinseln kein Geld, um den Menschen zu helfen. Es gibt kaum Toiletten, viele Migranten müssen im Freien schlafen. Auf Lesbos harrten Hunderte Migranten bei glühender Hitze im Hafen von Mytilini aus, darunter Hunderte Kinder.

griechenlandfluechtlinge

4. Auf der Weiterreise verbessert sich die Situation der Flüchtlinge aber nicht, wie Augenzeugen berichteten. An der griechisch-mazedonischen Grenze kam es wiederholt zu Rangeleien und Schlägereien zwischen Migranten, die auf ihre Ausreise warteten. Die Polizei auf der mazedonischen Seite lasse jede halbe Stunde nur etwa 50 Flüchtlinge durch.

Die Situation in Griechenland zeigt: Europa muss in Hinblick auf seine Flüchtlingspolitik schnell reagieren. Reichere Länder müssen Griechenland bei der Bewältigung des Flüchtlingsansturms unterstützen. Im Gegenzug wäre auch eine fairere Verteilung der Flüchtlinge in Europa möglich.

Mit Material von dpa.

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