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01/09/2015 10:09 CEST | Aktualisiert 01/09/2015 11:41 CEST

Das ist die gefährlichste Nachricht aus Russland seit langem

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Das denken die Russen wirklich über die USA

Putin hat ein klares Weltbild: Die USA sind der Feind. Und sie lügen auf allen Ebenen der Politik - ihnen zu trauen? Ein großer Fehler. Rhetorik wie im Kalten Krieg, aber eben nur Rhetorik, die nichts mit der Mehrheitsmeinung der Russen zu tun?

Nicht ganz. Hinter der Kreml-Propaganda stehen überraschend viele Russen. Das ergab eine Studie der europäischen Hochschule in St. Petersburg. Die Wissenschaftler haben dafür im Juli 1600 Russen nach Klischees über die USA befragt. Demnach sind die USA für die Mehrheit der Russen der Feind.

Das ist eine schlechte Nachricht für den Westen. Sie zerschlägt die Hoffnung, dass Putin den Zenit seiner Macht überschritten hat. Das Gegenteil ist der Fall: Trotz schwacher Wirtschaft, Millionen Menschen in Armut und einem drohenden Krieg steht das Volk hinter Putins schärfster Propaganda.

Hier ist das Ergebnis der Studie im Überblick:

  • 15 Prozent der Befragen sind der Auffassung, die USA sind ein Land des "moralischen Verfalls und mit einer aus den Ufern geratener Kriminalitätsrate".
  • Weitere 15 Prozent glauben, dass es in dort "keine zwischenmenschliche Wärme" gibt.
  • Allerdings finden auch 12 Prozent der Russen, dass der Lebensstandard in den USA sehr hoch sei.
  • Weitere 11 Prozent der Teilnehmer meinen, dass in den USA die Schere zwischen Arm und Reich sehr groß sei.
  • Und weitere 9 Prozent sind die USA immer noch das Land der Rassendiskriminierung

Ivan Kurilla, Professor an der europäischen Hochschule in St-Petersburg, erklärt sich die Ergebnisse der Studie folgendermaßen: Auf der einen Seite plappern die Leute das nach, was ihnen vom Fernsehen erzählt wird. Entweder, weil sie es wirklich glauben oder einfach zur Mehrheit gehören wollen", sagt er der "Moscow Times".

Gleichzeitig würde sich die Öffentlichkeit nach einem Feinbild sehnen, dem man die Schuld für die verschlechterten Lebensbedingungen in die Schuhe schieben könnte. "Dies würde das Selbstwertgefühl der Russen steigern", erklärte Kurilla.

1990 sahen die Ergebnisse der selben Studie noch ganz anders aus: Die Mehrheit der Befragten hielt die USA für ein Land mit hohem Lebensstandard, in dem jeder fleißige Bürger erfolgreich sein konnte und in dem die Wissenschaft und die Technologie stark ausgeprägt seien. Negative Assoziationen waren zu dieser Zeit noch nicht so stark ausgeprägt wie heute.

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