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01/09/2015 13:08 CEST | Aktualisiert 01/09/2015 14:14 CEST

Donald Trump vs Ben Carson: Das Duell der Gaga-Politiker

Ben Carson rückt in den Umfragen an Donald Trump heran
Screenshot Twitter
Ben Carson rückt in den Umfragen an Donald Trump heran

Donald Trumps Siegeszug beim Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur schien unaufhaltsam. Egal, was der selbsternannte "Retter Amerikas" von sich gab, mit wem er sich anlegte oder wen er alles beleidigte - seine Umfragewerte waren gigantisch. Etablierte Herausforderer wie Jeb Bush haben das Nachsehen.

Doch nun scheint der Durchmarsch des Baulöwen und Multi-Milliardärs fürs Erste gestoppt. Klammheimlich hat sich ein neuer Rivale herauskristallisiert und in Iowa (dort beginnen die Vorwahlen der Partei in deren Verlauf der Präsidentschaftskandidat bestimmt wird) zum bisherigen Frontrunner der Konservativen aufgeschlossen. Zumindest wenn man einer aktuellen Umfrage glauben schenkt:

Die Pole Position teilt sich Trump nun mit Ben Carson, dem einzigen Afroamerikaner im aufgeblähten Bewerberfeld der Republikaner. Doch wer nun denkt, die republikanische Basis sei (endlich) zur Vernunft gekommen und schenke einem moderateren Kandidaten das Vertrauen, der irrt: Carson gilt als ultra-konservativ und ist in letzter Zeit ebenfalls mit äußerst abstrusen und wenig mehrheitsfähigen Aussagen aufgefallen.

Hier sind 5 Fakten, die ihr jetzt zum Gaga-Duell Trump vs Carson wissen müsst:

1. Wer ist Ben Carson?

Ähnlich wie Donald Trump ist Carson auf dem politischen Parkett bisher noch völlig unerfahren. Der Neurochirurg wurde in den 80er Jahren durch die weltweit erste erfolgreiche Trennung siamesischer Zwillinge weltberühmt. 2009 wurde seine Lebensgeschichte unter dem Namen "Heilende Hände - die Ben Carson Story" verfilmt.

2. Was sind seine politischen Ziele?

Carson gilt als eines der wenigen afroamerikanischen Aushängeschilder der Tea Party-Bewegung und er vertritt dementsprechend erzkonservative Positionen. Bereits in der Vergangenheit ist Carson immer wieder durch schwulenfeindliche Kommentare aufgefallen: So erklärte er etwa:

Sprich, er glaubt, dass ein Gefängnisaufenthalt die Männer schwul macht. Aha.

Drastische Worte fand der Chirurg auch für die Gesundheitsreform von Präsident Obama:

(Obamacare = das schlimmste Übel seit der Sklaverei? Oha.)

Obwohl Carson wegen seiner Herkunft aus einem Elendsviertel von Detroit eigentlich als afroamerikanisches Vorbild taugen würde, interessieren ihn die Belange der Schwarzen kaum. So übte er Kritik an der staatlichen Unterstützung für schwarze Familien. Dass er einst selber davon profitiert hat, kümmert ihn heute wenig:

(Ben Carson erhielt Sozialleistungen, die er niemandem anders zugesteht)

Auch in der Debatte um die illegale Einwanderung hat der Tea Party-Liebling seine ganz eigene Meinung. Zur Sicherung der Grenze zu Mexiko schlägt er den Einsatz von Drohnen vor. Diese könnten auch - zur Zerstörung von Höhlen, die von illegalen Einwanderern und Drogenschmuggler verwendet werden - mit schweren Waffen bestückt werden:

3. Wie stehen Carsons Chancen?

Normalerweise sollte ein Kandidat wie Ben Carson wenig Chancen auf die Nominierung haben. Doch was ist in diesem Wahlkampf schon normal? Der Neurochirurg tritt zwar etwas gemäßigter auf als der Rechtsaußen-Pöbler Trump, spricht aber die selbe Wählerschicht an. Wegen seiner medizinischen Vergangenheit gilt er zudem als hoch angesehen.

Auch wenn es wohl am Ende nicht zur Kandidatur seiner Partei reichen sollte, wird Carson genug Aufmerksamkeit bekommen, um seine kruden Theorien zu verbreiten. Dabei könnte er die anderen Bewerber der Republikaner mit nach rechts außen ziehen.

4. Wie wirkt sich das Duell Trump-Carson auf den Vorwahlkampf auf?

Es ist noch unklar, wie Donald Trump auf seinen neuen Rivalen reagieren wird. Da Carson bisher ebenfalls noch nie ein politisches Amt bekleidet hatte, kann er ihn also nicht als einen "totalen politischen Versager" hinstellen. Carson dürfte sein einziger innerparteilicher Rivale sein, den er bisher noch nicht beleidigt hat.

Allerdings könnten sich die beiden gegenseitig Stimmen wegnehmen. Der lachende Dritte könnte dann ein moderaterer Kandidat wie etwa Jeb Bush sein.

5. Warum ist die Vorwahl in Iowa so wichtig?

Traditionell beginnen in Iowa die Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur. Der kleine, landwirtschaftlich geprägte Bundesstaat ist seit jeher zwischen Demokraten und Republikanern hart umkämpft - wer hier gewinnt, hat traditionell gute Chancen, am Ende in das Weiße Haus einzuziehen. 2012 und 2008 siegte hier jeweils Barack Obama. Wer im Kampf um das höchste Amt in den USA ein ernstes Wörtchen mitreden will, muss in Iowa zumindest ein respektables Ergebnis einfahren.

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