LIFESTYLE
01/09/2015 08:01 CEST

Dieses Paar schmiss alles hin, um die Welt zu bereisen - jetzt schrubben sie Toiletten

Chanel Cartell und Stevo Dirnberger aus Südafrika haben das gemacht, wovon so viele von uns träumen: Sie haben ihre langweiligen Bürojobs gekündigt und bereisen die Welt. Auf ihrem Blog How Far From Home berichten sie über ihre Erlebnisse.

Auf dem dazugehörigen Instagram-Account gibt es dazu jede Menge Bilder von den schönsten Orten. Yoga am Strand, Tauchen im Mittelmeer, Wandern in den Alpen. Immer mit dabei, haben sie eine kleine schwarze Tafel, auf der genau steht, wie weit sie von ihrem Zuhause weg sind.



Wir sind schwer neidisch. Aber was so unglaublich schön und einfach aussieht, ist in Wahrheit ganz anders. Denn was wir nicht sehen, ist die harte Arbeit, die hinter ihren Reisen steckt. Das ist auch Chanel und Stevo aufgefallen. Also hat Chanel Cartell nun auf ihrem Blog einmal einen etwas anderen Post verfasst. Einen, der erklärt, was sie alles auf sich nehmen müssen, um sich das Reisen weiterhin erlauben zu können und nicht zurück in ihren langweiligen Bürojob zu müssen.

"Nach genau sechs Monaten unterwegs, ist es an der Zeit, dass wir die hässlichere Seite unserer Reise mit euch teilen. Beim Blick durch unsere Blogbeiträge und unseren Instagram-Feed könnte man glauben, dass wir hier die beste Zeit unseres Lebens genießen. Und versteht mich nicht falsch - das tun wir. Es ist unfassbar toll. Aber es ist nicht alles nur Eis in der Sonne essen und schöne Landschaften. Nein. Bis jetzt haben wir glaube ich, 135 Toiletten geschrubbt, 250 Kilo Kuhdung verteilt, zwei Tonnen Steine geschaufelt, 60 Meter Gehweg verlegt, 57 Betten gemacht und ich kann mich gar nicht mehr erinnern wie viele Weingläser wir poliert haben."

Mit diesen Worten beginnt der Beitrag. Die Worte der jungen Bloggerin machen deutlich: Hinter den schönen Instagram-Bildern liegt harte Arbeit. Körperliche Arbeit, gegen die ihr besser bezahlter Marketing-Job wie Urlaub wäre. Aber sie wollen trotzdem weitermachen.


Das Geld ist knapp. An den meisten Tagen ernähren sie sich von Marmelade und Crackern, schlafen höchstens fünf Stunden und wandern nachts mit ihrem gesamten Gepäck zu Fuß durch die Gegend, um einen Schlafplatz zu finden.


Doch trotz all dieser Strapazen und Unannehmlichkeiten, wollen Chanel und Stevo weitermachen.

"Aber auch, wenn wir wahrscheinlich ein paar graue Haare mehr auf dem Kopf haben, seit wir losgezogen sind, trotz langer Duschen noch Dreck unter den Fingernägeln haben und uns hauptsächlich von billigen Snacks ernähren, erlaubt uns dieser verrückte Lebensstil die Freiheit, reiche schwedische Wälder, unendliche nordische Fjords, italienische Gassen und weltoffene Städte zu erkunden. Wir haben Zeit, unsere eigenen Ideen durchzudenken, unsere eigenen kreativen Experimente voranzutreiben. Es ist himmlisch. Klar, Holzscheite müssen gestapelt und der Müll muss rausgebracht werden. Aber wenn das einmal erledigt ist, sind wir frei und können erkunden, umherwandern und eins mit unseren mäandernden Gedanken sein. Du arbeitest nach deinem eigenen Zeitplan und nutzt deine Freizeit, um um spiegelglatte Seen zu joggen, dich künstlerisch auszudrücken und die arktische Luft zu atmen. Nichts ist besser als ein millionenschweres Werbebudget gegen das Putzen von Toiletten einzutauschen, um dir etwas über Bescheidenheit und das Leben beizubringen. Und darüber, wie wichtig es ist, jeden Tag wie deinen letzten zu leben."

Und schon sind wir wieder ein bisschen neidisch.


Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Video:Aussprache: Diese Reiseziele haben Sie immer falsch ausgesprochen

Hier geht es zurück zur Startseite