POLITIK
30/08/2015 15:39 CEST

Die Wahrheit über Sexarbeit: Wie ich mit 15 Jahren zur Prostituierten wurde

Getty

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International musste vor kurzem heftige Kritik für ihren Vorstoß einstecken, sich künftig weltweit für die Entkriminalisierung von Prostitution stark zu machen. "Geht's noch?", fragte etwa das Frauenmagazin "Emma" vor kurzem auf Twitter.

Jetzt hat sich jemand zu Wort gemeldet, der das Geschäft besser kennt, als die meisten, die sich an der Diskussion beteiligen.

Eine Frau, die im Alter von 15 Jahren Prostituierte wurde, hat in der "New York Times" einen flammenden Appell gegen den jüngsten Vorschlag der Menschenrechtsorganisation veröffentlicht. "Ich glaube, Amnesty macht einen historischen Fehler", schreibt die Frau.

In dem Text beschreibt sie, wie ins Sex-Geschäft gerutscht ist. Nachdem ihr Vater Selbstmord begangen hatte und ihre Mutter krank wurde, landete sie auf der Straße. "Alles, was ich hatte, war mein Körper", schreibt sie. Sie habe einen jungen Mann getroffen, der sie in die Prostitution trieb - als "Frischfleisch" sei sie damals sehr gefragt gewesen, erinnert sie sich.

Von da an rutsche sie immer weiter ab:

"Sieben Jahre lang wurde ich ge- und verkauft. Mitten auf der Straße, an manchen Nächten bis zu zehn Mal. Es ist schwierig, die Auswirkungen dieser psychologischen Nötigung zu beschreiben; und wie sehr sie mein Selbstvertrauen ausgehöhlt hat. In meinen späten Teenager-Jahren nahm ich Koks, um den Schmerz zu unterdrücken."

Ihr Vorwurf an die Politik: Sie störe es, wenn beim Thema Prostitution andauernd von "Sex-Arbeit" die Rede sei, schreibt sie.

"Das Verkaufen meines Körpers war keine richtige Erwerbstätigkeit. Die Erniedrigung durch Fremde, die meinen Körper benutzten, um ihren Drang zu stillen, ähnelte in keiner Weise einer normalen Beschäftigung. Ich wurde in zweierlei Hinsicht ausgenutzt - von den Zuhältern und von den Freiern. "


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