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28/08/2015 05:21 CEST | Aktualisiert 28/08/2016 07:12 CEST

Deutsche Prominente haben eine klare Botschaft: Flüchtlinge sind willkommen

Setzen sich für Flüchtlinge ein: Ranga Yogeshwar, Herbert Grönemeyer, Sarah Wiener
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Setzen sich für Flüchtlinge ein: Ranga Yogeshwar, Herbert Grönemeyer, Sarah Wiener

Viele deutsche Promis beziehen derzeit klar Stellung: Flüchtlinge sind bei uns Land willkommen, sagen sie. Seit der Fremdenhass in Freital und Heidenau eskaliert ist, wollen immer mehr von ihnen deutlich machen, dass ihnen die rechten Brandstifter verhasst und Flüchtlinge in diesem Land willkommen sind.

Lange waren es die vielen Ehrenamtlichen, ganz normale Bürger, die den Asylsuchenden unermüdlich geholfen haben, wo immer es ging. Aber allmählich werden sich auch viele Promis ihrer Verantwortung als Vorbilder und Social-Media-Multiplikatoren bewusst, so wie zuletzt das Moderatoren-Duo Joko und Claas.

Angefangen mit Til Schweiger, trägt die länger werdende Liste Namen wie die des Moderators Ranga Yogeshwar, der Star-Köchin Sarah Wiener und deutscher Rockstars wie Lindenberg, Grönemeyer und Maffay, die jetzt ein Benefizkonzert in Berlin angekündigt haben. Die klare Botschaft: Refugees welcome.

Liste der prominenten Unterstützer wird länger

Til Schweiger (51) hat's vorgemacht, und seine Kollegen Jan Josef Liefers, Thomas D, Heinz Rudolf Kunze und Vizekanzler Sigmar Gabriel mit ins Boot geholt. Als vermögender Promi in einem wohlhabenden Land kann man Geld locker machen, aber das muss einen nicht davon abhalten, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken: Zum Beispiel eine Stiftung gründen, ein Flüchtlingsheim bauen und Eis an Kinder in Hamburger Aufnahmelagern verteilen.

Farin Urlaub von den Ärzten, Culcha Candela und Konstantin Wecker beziehen deutlich Stellung gegen Rechts, Moderator Daniel Aminati ruft auf Facebook zur Unterstützung für Til Schweiger auf und Deichkind kamen in Jogginganzügen mit der Aufschrift "Refugees Welcome" zur Echo-Verleihung. "Tatort"-Star Friederike Kempter reiste sogar nach Jordanien und Schauspieler Benno Fürmann nach Lampedusa.

"Welcome Challenge" soll Promis zum Handeln bewegen

TV-Köchin Sarah Wiener (53) geht die Sache über den Magen an: Im Rahmen der neuen Internet-Aktion "Welcome Challenge" wurde sie von Filmproduzent Michael Simon de Normier ("Der Vorleser") nominiert zu zeigen, was sie für Flüchtlinge tun kann. Das Ganze funktioniert wie die "Icebucket Challenge", aber mit guten Taten statt Eiswürfeln. Also kochte Wiener 150 Portionen Bio-Gemüsesuppe und verteilte sie mit Brot in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Tempelhof.

Anschließend nominierte sie in einem Facebook-Video ihren Kollegen Tim Mälzer, den Direktor der Berlinale Dieter Kosslick und den Berliner Justizsenator Thomas Heilmann mit einer wie auch immer gearteten Geste zu zeigen, dass auch ihnen die Flüchtlinge willkommen sind. Wirklich viral geht so eine Challenge eben nur, wenn die Prominenz mitmacht.

Ranga Yogeshwar: Helfen ist Gebot der Menschlichkeit

Was der Wissenschaftsjournalist und Moderator Ranga Yogeshwar (56) vor wenigen Tagen gepostet hat, war in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen hat er erzählt, wie er in seinem kleinen Wohnort bei Bonn die Telekom dazu gebracht hat, in der dortigen Flüchtlingsunterkunft freies WLAN zu installieren. Denn "das Internet ist oft die einzige Chance für Flüchtlinge, mit anderen Kontakt zu halten".

Zum anderen staunt er in diesem Zusammenhang nicht nur über die unbürokratische Hilfe der Telefongesellschaft, sondern auch über die Hilfsbereitschaft der Bürger: "Helfen ist ein Gebot der Menschlichkeit und es ist toll wie viele in Deutschland Großartiges leisten." Wenn die Schlagzeilen voller Meldungen über Anschläge auf Flüchtlingsheime sind, sind solche Worte und Taten wichtig.

Open-Air-Konzert von deutschen Musikerin in Berlin?

Am Sonntag, den 4. Oktober, soll laut "Bild"-Zeitung ein Konzert in Berlin steigen, bei dem Udo Lindenberg und sein Panikorchester, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Die Fantastischen 4, Sido, Andreas Bourani und Xavier Naidoo gegen Rechts auf die Bühne gehen wollen.

Das Open-Air soll eine klare Willkommens-Botschaft in Richtung der Flüchtlinge sein. Und wenn es darüber hinaus noch wie geplant auf der Wiese vor dem Reichstag stattfände, wäre das ein Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit von hohem Symbolcharakter.


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