POLITIK
27/08/2015 14:48 CEST

Nach Flüchtlings-Drama in Lkw: 4 Wege, um Schleuser zu stoppen

DPA

Es sind schockierende Bilder, die Europa und die Welt erschüttern. Bis zu 50 Flüchtlinge ersticken qualvoll in einem Mini-LKW auf der A4 in Österreich.

Einen Tag dauert es, bis Ermittler den Laderaum auf der Autobahn öffnen. Zu diesem Zeitpunkt tropft schon Verwesungsflüssigkeit auf die Straße.

Noch ist völlig unklar, wer die Flüchtlinge waren, welches Ziel sie hatten - und welcher Schleuser sie kaltblütig eingesperrt und nie wieder herausgelassen hat.

Während die Ermittlungen noch laufen, fordern Politiker und Hilfsorganisationen nun ein härteres Vorgehen gehen Schleuser. Hier sind vier Wege, ihnen das Handwerk zu legen - damit solche Unglücke nicht mehr passieren.

1. Legal Einreisewege

Hilfsorganisationen fordern den Ausbau legaler Einreisewege für Migranten in die Europäische Union gefordert. "Wenn man die Flucht der Menschen staatlich organisierte, dann wären die Schlepper und Schleuser arbeitslos", sagte der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, der "Welt". Unter anderem solle der Visumszwang für Menschen aus Kriegs- und Krisenländern wie Syrien und Eritrea abgeschafft werden.

Die Nachricht aus Österreich erinnere daran, was passiere, wenn man diejenigen, die nach Sicherheit und einem besseren Leben suchen, ohne organisierte Migrationsstrategie dem Wohlwollen von Menschenhändlern ausliefere, sagte der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), William L. Swing, in Genf. Es müsse schnell etwas getan werden, "um Migration legal und sicher zu machen."

2. Entschiedenerer Kampf gegen Schleuser

Einen entschiedeneren Kampf gegen die Kriminellen fordert etwa Innenminister Thomas de Maizière. "Ich halte verstärkte Kontrollen für richtig", sagte er am Donnerstag in Nürnberg. Das Vorgehen nannte er kriminell. In einigen Bundesländern würden dadurch bereits die Haftplätze knapp. "Das muss weiter gehen", sagte de Maizière.

3. Schleuser-Chefs hochnehmen

Die Schlepper sind nur ein Teil des Schleusertums. "Der, der den Transport macht, verdient viel weniger als die Chefs, die das organisieren. Wir müssen mit Europol an diese Leute ran und deren Vermögen beschlagnahmen", sagte de Maizière.

4. Aufnahmestellen an den Grenzen

Es gibt eigentlich keine legalen Weg mehr, als Flüchtling in Länder wie Österreich zu kommen. Eine Lösung wäre es, EU-Aufnahmestellen in Italien und Griechenland einzurichten, wo diese Menschen landen. Damit könnte verhindert werden, dass die Flüchtlinge weiter auf Schlepper angewiesen seien.

Das Problem ist: Wer als Flüchtling aus dem Nahen und Mittleren Osten oder Afrika nach Deutschland will, ist in aller Regel auf einen Schleuser angewiesen.

Häufig handelt es sich bei den Schleusern um professionelle Organisationen, die einen Katalog von Leistungen anbieten. So könnten die Flüchtlinge wählen zwischen einzelnen Etappen oder der Schleusung über die ganze Wegstrecke.

Das Honorar für eine Schleusung liege je nach Angebot bei bis zu 20.000 Euro. Die Fahrer werden nach den Erkenntnissen der Bundespolizei pro Kopf bezahlt - je mehr Menschen sie in ihrem Fahrzeug transportieren, desto höher der Profit.

Mit Material von dpa


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