POLITIK
27/08/2015 08:53 CEST | Aktualisiert 27/08/2015 16:07 CEST

Österreich: Bis zu 50 Tote Flüchtlinge in Lkw entdeckt - 5 Dinge, die ihr jetzt wissen müsst

Österreich: Bis zu 50 Tote Flüchtlinge in Lkw entdeckt - 3 Dinge, die ihr jetzt wissen müsst
DPA
Österreich: Bis zu 50 Tote Flüchtlinge in Lkw entdeckt - 3 Dinge, die ihr jetzt wissen müsst

In einem Lkw in Österreich wurden bis zu 50 tote Flüchtlinge gefunden. Das Unglück entwickelt sich zu einer nationalen Tragödie - das Land diskutiert die Flüchtlingskrise ähnlich heftig wie Deutschland.

Hier sind drei Dinge, die ihr jetzt wissen müsst.

1. Das ist passiert

In Österreich sind in einem Schlepperfahrzeug laut Polizei 20 bis 50 tote Flüchtlinge entdeckt worden. Die Leichen seien am Donnerstag in einem Lastwagen auf einem Pannenstreifen in der Nähe von Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) gefunden worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Ein Sprecher des Innenministeriums in Wien sagte, "es ist ein Lastwagen voller Leichen". Die Tatortarbeit und die Bergung der Toten laufe. Nach den Schleppern werde mit Hochdruck gefahndet.

2. Das sind die offenen Fragen

Ob die Menschen beim Transport erstickt sind, wie in verschiedenen österreichischen Medien vermutet wurde, könne zunächst nicht bestätigt werden. Der Fahrer soll verschwunden sein. Unklar ist auch, wann der Lkw am Mittwoch an der Pannenbucht an der A4 abgestellt worden war. Allerdings sei er schon gestern dort aufgefallen - warum die Polizei erst heute reagierte, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

3. Österreichische Innenministerin spricht von "dunklem Tag"

Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sagt: „Diese Tragödie macht uns alle betroffen.“ Schlepper seien Kriminelle, die nicht am Wohlergehen der Flüchtlinge, sondern lediglich am Profit interessiert seien. „Wir werden die Kontrollen verstärken.“ Schlepper dürften sich nicht in Sicherheit wiegen.

„Dieser Tag ist für uns ein dunkler Tag“, sagte Österreichs Innenministerin. Die Aufgabe sei nun, die „Schlagzahl“ gegen die Schlepperbande zu erhöhen.

4. Merkel und de Maizière zeigen sich bestürzt

Innenminister Thomas de Maizière hat sich bestürzt über die Flüchtlingstragödie in Österreich gezeigt. "Dass dort viele, viele Menschen ersticken, weil verbrecherische Schleuser an diesen Menschen und den unwürdigen Transportbedingungen Geld verdienen, macht mich wütend und fassungslos", sagte de Maizière am Donnerstag in Nürnberg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bestürzt auf die Flüchtlingskatastrophe in Österreich mit Dutzenden Toten reagiert. "Wir sind alle erschüttert von der entsetzlichen Nachricht", sagte Merkel sagte Merkel am Donnerstag am Rande der Westbalkan-Konferenz in Wien. "Das waren Menschen, die auf dem Weg waren, um mehr Sicherheit und Schutz zu suchen und dabei einen so tragischen Tod erleiden mussten."

5. Das sagt das Unternehmen, dessen Logo auf dem LKW zu sehen ist

Ein slowakischer Geflügelproduzent hat jede Verbindung zu der Flüchtlingstragödie in Österreich mit Dutzenden Toten entschieden zurückgewiesen. "Der Lastwagen ist seit 2014 nicht mehr in unserem Besitz", teilte ein Sprecher des Firmeneigentümers, der Agrofert-Holding in Prag, am Donnerstag mit. Das Fahrzeug sei nach mehreren Wiederverkäufen nach Ungarn geraten. Die ursprüngliche Firmenreklame sei von den neuen Besitzern nicht entfernt worden. Die slowakische Polizei bot der Agentur TASR zufolge ihren Kollegen in Österreich Hilfe bei den Ermittlungen an.


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