POLITIK
26/08/2015 18:00 CEST | Aktualisiert 26/08/2015 18:18 CEST

TV-Interview nach Rücktritt: Griechenlands Regierungschef Tsipras rechnet mit Varoufakis ab

AP

Kaum eine Woche ist es her, da erklärte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras seinen Rücktritt. Sein erstes Interview vor laufender Kamera nach der Entscheidung gab er nun dem TV-Sender "Alpha". Und die Gelegenheit nutzte er nicht nur, um seine Ambitionen zu formulieren - er strebt bei bevorstehenden Neuwahlen eine absolute Mehrheit an.

Sondern auch, um gegen seinen Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis herzuziehen. Den hatte Tsipras auf der Höhe der Verhandlungen zu einem Rücktritt gedrängt. Erst danach wurde der Deal möglich, das dritte Hilfspaket, das das Land vor der Pleite, einem Bankencrash und möglichem Bürgerkrieg bewahrt. Varoufakis hatte die Verhandlungen immer wieder gestört.

Tsipras erhebt nun schwere Vorwürfe. Varoufakis habe "zu viel geredet und zu viel kaputtgemacht", sagte er im TV-Interview laut einem Bericht der "Bild". Varoufakis habe seinen Glaubwürdigkeit total verspielt - und einen Grexit riskiert.

Varoufakis sei so kein zuverlässiger Regierungsvertreter mehr gewesen. "In den Verhandlungen hat ihm keiner mehr zugehört, sobald er das Wort ergriff, schalteten alle anderen ab", sagte Tsipras. Das ist eine heftige Abrechnung mit jemandem, mit der Tsipras noch vor sieben Monaten ganz Europa revolutionieren wollte.


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