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26/08/2015 08:20 CEST

Zwischenfall in Russland: Atomrakete fällt von Transportschiff

dpa
Verheimlicht die russische Regierung einen Atomunfall?

Wladimir Putin protzt gerne mit der Stärke des russischen Militärs. Der russische Präsident will im andauernden Konflikt mit dem Westen die Muskeln spielen lassen. Doch die Realität zeigt, dass das Militär nicht so funktioniert wie gewünscht.

Das Militär hat eine interkontinentale Trägerrakete für Nuklearwaffen schwer beschädigt.Wie das russische Onlineportal by24.org berichtet, passierte das bereits am Donnerstag beim Ausladen aus einem Transportschiff auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka im äußersten Osten des Landes. Die Rakete war nach Behördenangaben nicht mit einem atomaren Sprengkopf bestückt.

Offenbar kam es dennoch zu einer Katastrophe. Denn wegen der chemischen Zusammensetzung des Treibstoffs gehen die Behörden auf der Insel laut "by24" von einer Umweltkatastrophe von großem Ausmaß aus. Ein Foto der Website zeigt Löscharbeiten und eine giftige, gelbe Wolke. Kamtschatka ist sehr dünn besiedelt und wegen seiner Vulkane größtenteils Naturschutzgebiet. Die UNESCO führt die Halbinsel als Weltkulturerbe.

Putins Armee ist keineswegs so schlagfertig, wie es der Oberbefehlshaber stets betont: Seit dem Fünf-Tage-Krieg gegen Georgien 2008 modernisiert das Land sein Waffenarsenal, laut "Süddeutscher Zeitung" galten 2010 noch 90 Prozent als veraltet, den Plänen nach sollten bis Ende 2015 immerhin 30 Prozent erneuert werden. Einzelne Zwar feiert Russland Erfolge mit Prestigeprojekten wie dem neuen Panzer , aber in der Breite gibt es Probleme: Immer wieder kommt es bei Truppenübungen zu schwerwiegenden Zwischenfällen.

Bereits im Juli wurde bekannt, dass innerhalb eines einzigen Monats gleich sechs Langstreckenbomber abgestürzt sind. Bei einem Absturz nahe der chinesischen Grenze kamen zwei Soldaten ums Leben. Der Grund für das Unglück war ein Defekt in der Treibstoffleitung.

Medienberichten zu Folge geht in der örtlichen Bevölkerung die Angst um, dass bei dem Unglück doch radioaktives Material freigesetzt wurde. Möglicherweise solle dies von der Regierung vertuscht werden. Kritiker von Präsident Putin beklagen, dass wegen des regelmäßigen Vertuschens von Militärunfällen das Vertrauen der Menschen in offizielle Meldungen sehr gering ist.

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