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27/08/2015 01:38 CEST

"Ich war ein menschliches Pulverfass": 4 Fakten über den Attentäter von Virginia

Der Attentäter Vester Flanagen
AP
Der Attentäter Vester Flanagen

Nachdem ein ehemaliger TV-Reporter eines Lokalsenders im US-Staat Virginia zwei Ex-Kollegen während eines Live-Interviews erschossen hat, war das weltweite Entsetzen groß.

Der mutmaßliche Schütze, ein ehemaliger Kollege der beiden Opfer vom US-Sender WDBJ, nahm sich selbst das Leben, nachdem er bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei von der Straße abgekommen war, wie ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz erklärte. Er verletzte sich nur, starb aber gestern Abend im Krankenhaus.

Die Schüsse fielen, als die 24-jährige Reporterin Alison Parker und der 27 Jahre alte Kameramann Adam Ward einen Beitrag über Tourismus präsentierten. Zuschauer sahen, wie Parker schrie und rannte. Die von Ward gehaltene Kamera fing ein Bild des Verdächtigen mit einer Handfeuerwaffe ein. In den Videoaufnahmen sind etwa ein Dutzend Schüsse und Schreie zu hören.

Inzwischen sind zusätzliche Informationen über den Täter bekannt geworden. 4 Fakten über den Attentäter.

1. Er schickte wahrscheinlich ein Bekennerschreiben an den TV-Sender ABC

Nach der Tat schickte jemand ein 23-seitiges Bekennerschreiben per Fax an den TV-Sender ABC. Das Dokument wird zurzeit noch von den Behörden auf seine Echtheit überprüft. Es spricht jedoch vieles dafür, dass es echt ist. Denn über die letzten Wochen hinweg hatte jemand wiederholt den Sender angerufen, der sich als Bryce Williams ausgab und "Informationen liefern wollte. Der gleiche Anrufer meldete sich noch einmal nach der Tat.

In dem Schreiben mit dem Titel "Abschiedsbrief für Freunde und Familie" sprach der mutmaßliche Täter von einem "Rassenkrieg". Er fühle sich als Schwarzer und Homosexueller verfolgt. Der Absender nannte das Massaker eines weißen Rassisten im Juni in einer Kirche in Charleston, bei dem neun Afro-Amerikaner getötet worden waren, als mögliches Motiv.

Die Waffe habe er sich unmittelbar nach der Schießerei in Charleston mit einem Kredit gekauft. "Meine Hohlspitzgeschosse trugen die Initialen der Opfer", schrieb er in dem Fax. Seine Wute habe sich beständig weiter aufgebaut. Sich selbst bezeichnete er als "menschliches Pulverfass, das nur darauf wartete, zu explodieren".

2. Er filmte die Tat und stellte sie ins Internet

Der Täter filmte die Tat. Er stellte unmittelbar nach dem Mord ein Video auf Facebook, in dem man die Schießerei im Stil eines Ego-Shooter-Spiels sieht - mit der Wafffe im Vordergrund.

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3. Er twittere nach der Tat

Der Täter hatte beim gleichen TV-Sender gearbeitet wie die beiden Opfer. Nach der Tat verschickte er zwei Tweets, die sich auf die beiden Opfer bezogen. "Alison hat rassistische Kommentare gemacht", schrieb er über die Reporterin. Auch zu dem erschossenen Kameramann verschickte er eine Nachricht: "Adam ist wegen mir zur Personalabteilung gegangen, nachdem er einmal mit mir gearbeitet hat". Als letzten Eintrag schrieb er: "Ich habe die Erschießung gefilmt - seht bei Facebook nach."

4. Er galt schon vor der Tat als geistig verwirrt

US-Medien äußerten den Verdacht, dass der Täter geistig verwirrt war. Er wurde im Jahr 2013 vom Lokalsender WDBJ7 entlassen. WDBJ7-Manager Jeff Marks sagte Fox News, der 41-Jährige sei ein schwieriger Mensch gewesen, mit dem man nicht gut habe zusammenarbeiten können. Er habe sich schlecht behandelt gefühlt, an seinen Vorwürfen sei aber nichts dran gewesen. Marks sagte, er habe behauptet, dass andere Mitarbeiter ihm gegenüber rassistisch gefärbte Kommentare abgegeben hätten. Die Vorwürfe des Mannes seien aber vermutlich fabriziert gewesen.

Mit Material der AP

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