NACHRICHTEN
26/08/2015 06:52 CEST | Aktualisiert 26/08/2015 07:47 CEST

Krawalle gegen Flüchtlingsheim: Gauck spricht von "Dunkeldeutschland"

dpa
Bundespräsident Joachim Gauck beim Besuch in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft

Bundespräsident Joachim Gauck besucht derzeit eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin. Bestürzt sprach Gauck von den erschreckenden Ausschreitungen vor dem geplanten Asylheim im sächsischen Heidenau. Die Situation beschrieb er mit dem Wort "Dunkeldeutschland". Dies sei das Gefühl, "das wir empfinden, wenn wir von Attacken auf Asylbewerberunterkünfte oder gar fremdenfeindlichen Aktionen gegen Menschen hören".

Allerdings seien Bürger im ganzen Land aufgewacht. "Folgt nicht euren Ängsten", richtete er als Botschaft an die Deutschen.

Zur Zahl der Flüchtlinge sagte er, es gebe eine Art Notstand, "der aber noch nicht Notstand genannt werden darf". Deutschland stütze sich deshalb auf das Engagement freiwilliger Helfer. Das sei die "deutliche Antwort auf Hetzer". Er dankte den "vielen Freiwilligen, die zeigen wollen, es gibt ein helles Deutschland".

Gauck trifft Helfer und Asylsuchende im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf. Dort sind provisorisch mehr als 500 Menschen untergebracht sind. Am Mittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau besuchen, wo Rechtsextremisten und Rassisten in den vergangenen Tagen Asylbewerber bedroht und Polizisten angegriffen hatten.