WIRTSCHAFT
26/08/2015 18:27 CEST | Aktualisiert 27/08/2015 04:55 CEST

Unfassbar, was sich Feuerwehrmänner in Deutschland von Anwohnern anhören müssen

dpa
Unfassbar, was sich Feuerwehrmänner in Deutschland von Anwohnern anhören müssen

Dass Feuerwehrmänner und -frauen manchmal Situationen erleben, in denen sie mit schrecklichen Katastrophen und menschlichen Tragödien, mit Tod und Trauer kämpfen müssen, ist nicht wirklich überraschend.

Doch zunehmend stöhnen Feuerwehrleute über eine ganz andere Belastung - die Anwohner, die sich bei Feuerwehr-Einsätzen von ihrer ganz hässlichen Seite zeigen.

Die Online-Seite vom „Münchner Mekur“ hat Stimmen Feuerwehrleuten gesammelt und anonym veröffentlicht. Hier lest ihr einige der Zitate:

  • "Ich kenne einen Fall, da ist die Feuerwehr zu einem Brand alarmiert worden - mitten in der Nacht. Das Löschfahrzeug war mit 40 bis 50 Stundenkilometern unterwegs und ein Anwohner hat die Feuerwehr gestoppt. Und warum? Um sie zu ermahnen, dass dort eine 30er-Zone sei."
  • "Ich hasse es, beschimpft zu werden. Auch wenn ich und meine Kollegen alles gegeben haben. Nur weil wir beim Ankommen 'falsch' geparkt haben. Ich hasse es, das Erlebte mit nach Hause zu nehmen.“
  • "Leider sinkt die Akzeptanz der Bevölkerung für unsere Arbeit. Es wird hinterfragt, ob die Feuerwehr wirklich das Geld für ein neues Löschfahrzeug braucht. Das 40 Jahre alte Einsatzfahrzeug fährt ja noch."
  • "(...) Oder wenn man darauf angesprochen wird, ob es denn sein muss, dass nachts die Sirene geht (um Menschenleben zu retten). Dann noch die Autofahrer, die eine Straße so zuparken, dass es nicht mal ein Rettungswagen schafft, voran zu kommen. Oft sind es leider genau die Leute, die, wenn sie oder ihre Kinder in Gefahr sind vor Gericht ziehen, wenn man statt drei Minuten zum Einsatzort fünf Minuten gebraucht hat. Diese Ignoranz ist es, die belastend ist und genau sie ist völlig unnötig.An der Einsatzbelastung kann man wenig ändern, aber wenn sich mehr Bürger für den freiwilligen Dienst interessierten, wäre viel geholfen."
  • „Insbesondere geht die Ignoranz und der Egoismus vieler Bürger an die Substanz. Denn der Feuerwehrler geht zunächst zurecht davon aus, dass er etwas Gutes tut. Da ist zum Beispiel der Kfz-Lenker, der den Einsatzkräften einen Vogel zeigt, sie übel beschimpft, weil sie die Straße während eines schweren Verkehrsunfalls nicht für sie öffnen können und sie einen kleinen Umweg nehmen müssen."

  • "Es sollte jeder wissen, dass wir hinter unserem Feuerwehrmantel auch nur Menschen sind! Ihr solltet wissen, dass wir oft mit Tränen in den Augen einschlafen, weil uns Schicksale nicht los lassen!"

Bei diesen Zitaten ist es kein Wunder, dass immer weniger junge Menschen zur Feuerwehr möchten und sich der Deutsche Feuerwehrverband für eine Anerkennungskultur und Wertschätzung stark macht.


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