POLITIK
25/08/2015 15:25 CEST | Aktualisiert 26/08/2015 03:49 CEST

SPD ohne Kanzlerkandidat? Sonneborn will einspringen

Die SPD hat einen neuen Kanzlerkandidaten - sie muss nur zugreifen
Thinkstock
Die SPD hat einen neuen Kanzlerkandidaten - sie muss nur zugreifen

Die SPD wirkt ziemlich verzweifelt, was die kommende Bundestagswahl angeht. Parteichef Sigmar Gabriel will die Partei weiter Richtung Mitte rücken, hat dafür sogar einen konservativen Berater angeheuert. Obwohl die SPD jetzt schon Schwierigkeiten hat, sich von der Union zu unterscheiden.

Die Partei ist so wenig überzeugt von sich, dass der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) im Sommerinterview seiner Partei sogar indirekt empfohlen hat, zur Bundestagswahl 2017 keinen Kanzlerkandidaten aufzustellen.

Und selbst die SPD-Mitglieder sind sich nicht wirklich einig, wer in ihrer Partei denn das Zeug dazu hätte.

Jetzt hätte die SPD einen Kandidaten

Jetzt hat ein Politiker sozusagen eine Bewerbung abgegeben. Und der Mann bringt einige Qualifikationen mit, die für den Job dringend nötig sind: Er hat Erfahrung mit politischer Bedeutungslosigkeit. Er kann damit super umgehen. Und er würde der SPD vermutlich helfen, ein ganz eigenes Profil zu entwickeln, statt sich Richtung Union zu bewegen.

Der Kandidat ist: Martin Sonneborn.

martin sonneborn

Sonneborn, das für viele Deutsche einzige namentlich bekannte Mitglied des Europäischen Parlaments. Sonneborn ist bei der vergangenen Europawahl als Abgeordneter der PARTEI, einer Ausgründung des Satiremagazins Titanic, in die Straßburger Volksvertretung eingezogen. Politisch ausrichten kann er nichts, scheint sich genau damit aber recht wohl zu fühlen.

Im Gespräch mit Telepolis überlegt Sonneborn, 2017 nicht für die PARTEI, sondern für die SPD anzutreten. Denn: „Ich glaube, die haben mal wieder keinen.“

Sonneborn dankt deshalb ausdrücklich Kanzlerin Merkel, „Dings von der CSU“ und selbstverständlich dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Schließlich würden „unsere Wahlkämpfer und Wähler werden in erster Linie von den anderen Parteien motiviert“.

Nichts mit Melken, Herr Sonneborn

Eine Sache hat der ehemalige Titanic-Chefredakteur allerdings womöglich nicht bedacht: Zur EU-Wahl war er mit dem Versprechen angetreten, das Parlament finanziell zu „melken“ und eine hemmungslose Selbstbedienungsmentalität an den Tag zu legen. Hätte er mit den Kanzlerplänen Erfolg, müsste er einen Rückschlag in Kauf nehmen: Ein EU-Abgeordneter kann mit Sonderbezügen mehr verdienen als ein deutscher Bundeskanzler.


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