POLITIK
25/08/2015 18:47 CEST | Aktualisiert 25/08/2015 18:47 CEST

Video auf dem Klo angesehen: 3 Neuigkeiten über den Thalys-Attentäter

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Es war Freitagabend, als ein Mann im Thalys-Zug auf dem Weg nach Paris ein um sich schoss. Und von mutigen Passagieren niedergerungen wurde.

Als Verdächtigen hat die Polizei einen 25-jährigen Marokkaner festgenommen, Ayoub K.

An diesem Dienstag nun hat die Pariser Staatsanwaltschaft neue Details über das Attentat bekanntgegeben, bei dem zwei Menschen schwer verletzt wurden:

1. Verfahren wegen Terrorverdachts und Mordversuchs

Der Verdächtige hat immer beteuert, er habe die Passagiere nur ausrauben wollen. Eine Aussage, die Staatsanwalt François Molins nun als "frei erfunden" geißelte. Die Erklärungen des Mannes, dass er Passagiere ausrauben und dann durch ein eingeschossenes Fenster fliehen wollte, seien wenig glaubwürdig, sagte Molins. Bei Nachfragen habe der Marokkaner Wissenslücken angegeben und mache seit Montag von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Molins leitete am Dienstag ein Verfahren wegen mehrfachen Mordversuchs in Zusammenhang mit Terrorismus gegen den 25-jährigen Marokkaner ein.

2. Vor dem Attentat auf dem Klo ein Video angesehen

Bevor der Mann die Mitreisende attackierte, schloss er sich nach Angaben Molins in einer Zugtoilette der 1. Klasse ein und schaute dort ein Video an, das im Namen eines radikalen Islam zu Gewalt aufrief.

3. Gigantisches Waffenarsenal, aber keine Kalaschnikow

Anders als zunächst vom Innenministerium angegeben, handelte es sich bei seinem Sturmgewehr nicht um eine Kalaschnikow, sondern um ein Exemplar des ähnlichen Typs AKM aus DDR-Produktion. Er hatte 9 Magazine mit 270 Schuss für das Gewehr dabei, außerdem eine 9-Millimeter-Pistole mit einem Magazin, ein Cutter-Messer und eine Flasche Benzin.

Bereits bekannt war, dass der Mann lange in Spanien gewohnt hatte, bevor er eine merkwürdige Reise quer durch Europa und auch zur syrischen Grenze antrat, wo er Kontakte zu IS-Terroristen geknüpft haben könnte. Während seiner Zeit in Spanien war er wegen pro-dschihadistischer Aussagen und Besuchen in einer radikalen Moschee aufgefallen. Deshalb wurde er später in eine Datei des französischen Geheimdienstes aufgenommen, die Information wurde über das Schengen-Informations-System auch an andere Länder weitergereicht. Er ist wegen Drogenhandels mehrfach vorbestraft.

Wo er das letzte Jahre verbracht hat, ist nicht mit letzter Sicherheit geklärt. Er arbeitete Anfang 2014 kurz in Frankreich, will auch zweimal eine Zeit in Köln gewesen sein, zuletzt lebte er angeblich obdachlos in Brüssel. Genaue Daten dafür könne der Mann nicht nennen, sagte Molins. Eine Durchsuchung bei seiner Schwester in Brüssel ergab, dass er sich dort vor sehr kurzer Zeit aufgehalten habe.


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