POLITIK
24/08/2015 09:18 CEST | Aktualisiert 24/08/2015 09:23 CEST

"Es ist abstoßend" - das sagt Merkel zu den Krawallen in Heidenau

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"Es ist abstoßend" - das sagt Merkel zu den Krawallen in Heidenau

Die rechte Gewalt in Heidenau schockiert ganz Deutschland.

Und Kanzlerin Angela Merkel tut das, was sie sonst mitunter auch tut: Sie wartet ab. Zwar reagiert sie auf den gestiegenen Druck, aber klare Worte hört man von ihr dennoch nicht.

Was hat die Kanzlerin gesagt? Nicht selbst äußerte sich Merkel, sondern ließ über ihren Sprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin erklären: "Es ist abstoßend, wie Rechtsextreme und Neonazis versuchen, rund um eine Flüchtlingseinrichtung ihre dumpfe Hassbotschaft zu verbreiten. Und es ist beschämend, wie Bürger, sogar Familien mit Kindern, durch ihr Mitlaufen diesen Spuk unterstützen." Es gebe keinerlei Rechtfertigung für Gewalt.

Damit reagierte sie auf den Unmut im Netz. Immer mehr Menschen wunderten sich, wie Merkel bei solchen Ausschreitungen stumm bleiben kann. Der Hashtag #merkelschweigt wird dabei zum Protestbegriff.

Auf der Titelseite der "Abendzeitung" ist noch viel Platz für ein Statement der Kanzlerin.

Die "Tagesschau" vergleicht Merkels Nichts mit anderen Politikerstimmen.

Andere Politiker fanden da deutlich konkretere Worte. So bezeichnete Vizekanzler Sigmar Gabriel die Rechtsextremen in einem Interview mit "N24" als "Pack und Mob, das man einsperren muss." Gabriel besuchte die Einrichtung in Heidenau am Montag.

Wird Merkel noch Engagement zeigen? Auf die Frage, wann Merkel eine Flüchtlingsunterkunft besuchen werde, sagte Seibert, sie werde dies "zu gegebenem Zeitpunkt" tun. Es bleibt zu hoffen, dass die Kanzlerin ihre Hände aus ihrer Rautenstarre erlöst und endlich eine klare Ansage gegen rechte Randalierer macht.

Mit Material von dpa.


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