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24/08/2015 16:22 CEST | Aktualisiert 25/08/2015 10:31 CEST

Ihr Karibikurlaub hatte für eine Frau dramatische Folgen

Ihr Karibikurlaub hatte für eine Frau dramatische Folgen
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Ihr Karibikurlaub hatte für eine Frau dramatische Folgen

Im Sommer werden sie an lauen Abenden zur Plage und stechen, noch bevor man sie bemerkt: Mücken.

Mückenstiche nerven und sehen unschön aus, in den meisten Fällen sind sie jedoch harmlos. Für eine 69-jährige Britin hatte ein Moskitobiss im Karibikurlaub aber dramatische Folgen.

Während ihres Aufenthalts auf Grenada im Juli bekam sie infolge des Stichs Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen und auch ihre Gesichtsmuskulatur wurde zunehmend kraftloser.

Typische Anzeichen des Chikungunya-Fiebers

Laut Angaben des Tropeninstituts handelt es sich hierbei um typische Anzeichen des Chikungunya-Fiebers, das von Stechmücken übertragen wird. Die Viruserkrankung dauert zwar nur wenige Tage, jedoch leiden Betroffene unter starken Gliederschmerzen und hohem Fieber. Auch Augenerkrankungen sind häufige Begleiterscheinungen.

Die Britin ging zum Arzt, bekam Medikamente, die Beschwerden verschwanden. Vorerst.

Als die Frau wieder zu Hause war, sah sie auf dem rechten Auge teils nichts mehr. Ihr Sehnerv war massiv angeschwollen.

Frühstmögliche Behandlung, um bleibende Schäden zu vermeiden

Ihr behandelnder Arzt Abhijit Mohite sagt, dass ein Sehverlust eine späte Folge der Krankheit sein könne und Betroffene in der Regel frühstmöglich behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Bei der Britin wurde eine Behandlung gegen das Virus jedoch erst sechs Tage nach der eigentlichen Diagnose begonnen, wie Mohite erklärt. Man wollte zunächst andere mögliche Krankheiten ausschließen.

Unterdessen seien bei der Frau jedoch die Hälfte aller Nervenzellen im rechten Auge abgestorben, sodass sie bis heute nicht wieder normal sehen kann.

Verbreitung des Chikungunya-Virus

Das Chikungunya-Virus tritt vor allem in südlichen Teilen Afrikas und Asiens auf. 2013 erkrankte ein Mann auf der Karibikinsel St. Martin an dem Fieber. Seitdem verbreitet sich das Virus auch zunehmend in Mittel- und Südamerika, dort vor allem in der Karibik.

Nach offiziellen Zahlen der panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Stand 14. August) sind die meisten neu bestätigten Krankheitsfälle in Mexiko (3698), Ecuador (3373), Nicaragua (2235) und auf Französisch-Guayana (1756) zu verzeichnen.

Auch 18 deutsche Reisende infizierten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mit dem Virus. Die Hälfte von ihnen waren Rückkehrer aus der Karibik.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit tritt eine Linderung der Krankheit im Normalfall nach ein bis zwei Wochen ein. Bei Neugeborenen, chronisch kranken und älteren Menschen kann das Virus bleibende Schäden hinterlassen. Da es bislang keinen Impfschutz gegen die Krankheit gibt, können sich Reisende lediglich mit Moskitonetzen, langer Kleidung und Mückensprays vor Stichen schützen.


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