WIRTSCHAFT
24/08/2015 17:01 CEST

Diese zwei Sekunden könnten Edekas Glaubwürdigkeit erschüttern

dpa

Es ist nicht das erste Mal, dass Edeka wegen fragwürdiger Praktiken auf Höfen von Zulieferern in der Kritik steht. Vor einigen Monaten musste sich der Handelskonzern schon einmal Vorwürfe gefallen lassen, dass einige seiner Geschäftspartner Tiere in der Haltung qualvollen Bedingungen aussetzen.

Diesmal steht ein anderer Verdacht im Raum – Antibiotika-Pfusch. Auf einem Hof im bayerischen Landkreis Dillingen.

Ein Video, das der Münchner Verein "Soko Tierschutz" auf Facebook veröffentlicht hat, soll einen Schweinemäster zeigen, der auf besagtem Hof völlig hemmungslos Antibiotika in das Wasser der Tiere kippt.

Antibiotika für Edeka Schweine

Die Menge der Antibiotika wird in MILLIGRAMM angegeben. Der Schweinemäster im Landkreis Dillingen macht das aus dem Handgelenk.

Posted by SOKO Tierschutz on Sonntag, 23. August 2015

Und das, so der Vorwurf der Tierschützer, obwohl bei den Fleisch-Produkten, die Edeka verkauft, die Menge der verwendeten Antibiotika in Milligramm angegeben werde. Auch der WDR berichtet über den Fall.

Die Mitarbeiter des Tierschutzvereins wollen zudem in dem beanstandeten Betrieb säckeweise Medikamente und aufgezogene Spritzen gefunden haben. Friedrich Mülln, Gründer der Soko Tierschutz, kritisiert auf Facebook:

"Dieser Betrieb ist ein typischer Tierhalter von nebenan, er heuchelt Transparenz (...) und gefährdet den Verbraucher mit fahrlässigem Antibiotikaeinsatz."

Den Behörden wirft er Versagen vor.

Edeka Südwest erklärte auf Anfrage der Huffington Post, den beanstandeten Betrieb selbst unangekündigt kontrolliert und dabei keine Mängel festgestellt zu haben. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle sei zu demselben Ergebnis gelangt.

Schriftlich teilte das Unternehmen mit:

„Wir nehmen dieses Thema sehr ernst und distanzieren uns ausdrücklich von jedwedem Verhalten, das nicht den geltenden Anforderungen und Bestimmungen an das Tierwohl entspricht.”


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