LIFESTYLE
24/08/2015 10:46 CEST | Aktualisiert 24/08/2015 11:42 CEST

Unter dieser Brücke spielen sich jeden Tag Szenen ab, die uns an deutschen Kindern zweifeln lassen

Weil sie weder einen Ausweis, noch eine Geburtsurkunde haben, wird diesen Kindern jeglicher Zugang zu Bildung verwehrt. In einem besonderen Projekt bekommen sie trotzdem die Chance lesen, schreiben und rechnen zu lernen - im Freien unter einer Brücke. Bildung bedeutet für diese Kinder das höchste Privileg, was im Gegensatz dazu für die meisten deutschen Schüler längst zur lästigen Alltäglichkeit verkommen ist.

now more than 200 children come to the schoolteachings from Mo till Sa from 9 to 11am and 12 to 2pm

Posted by Free school under the bridge in Delhi on Samstag, 15. August 2015

Es ist eine noch schmutzigere Ecke Indiens, in dem sowieso schon so schmutzigen Delhi. Hier, unter einer Brücke sitzen bis zu 200 Kinder und lernen, während eine Bahn über ihre Köpfe hinweg fährt. Ein "null Bock auf Schule" ist von diesen Schüler nicht zu hören. Die meisten von ihnen sind Straßenkinder, denen der Besuch einer staatlichen Schule verwehrt wird. Denn offiziell existieren diese Kinder nicht. Sie sind nirgendwo gemeldet und wissen meist selbst nicht einmal, wann sie geboren wurden.

Hoffnung unter der Brücke

Einer dieser Kinder ist Pinto. Der Junge sagt: "Bevor ich hier herkam, sah ich die anderen Kinder, wie sie jeden Morgen ihre Uniform anzogen und mit ihren Rucksäcken in die Schule gingen." Dank der kostenlosen Schule unter der Brücke kann er nun mit anderen Kindern zusammensitzen und pauken. Sie sind die Kinder von Migranten, Bauern oder einfachen Arbeitern. Sogar ein wenig Englisch bekommen die Schüler unter der Brücke beigebracht.

children love to learn...

Posted by Free school under the bridge in Delhi on Samstag, 15. August 2015

Doch das Projekt steht auf wackeligen Füßen. Weil die freiwilligen Betreiber der Schule keine offizielle Genehmigung besitzen, könnte der Staat die Schule jederzeit dicht machen. Spenden halten das Projekt am Laufen. Und dabei geht es nicht nur um Rechnen oder Schreiben. Auch so scheinbar profane Dinge, wie Zähneputzen wird den Kindern beigebracht.

"Ich muss mein Bestes geben, wenn ich diese Kinder unterrichte. Denn ansonsten werden sie Teil einer Generation, die in Armut lebt", sagt der Begründer der Schule, Rajesh Kumar Sharma, der Zeitung "hindustantimes". Es ist eine traurige Wahrheit, die er anspricht. Auch Nelson Mandela wusste bereits: "Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern."


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