POLITIK
23/08/2015 15:35 CEST

3 Anzeichen, dass Nordkorea einen Militärschlag vorbereitet

AP

Kriegszustand, Gefechtsbereitschaft, Angriffsdrohungen - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sorgt mit seinem Verhalten mal wieder für tiefe Besorgnis - nicht nur in der Region.

Das Muster ist inzwischen bekannt: Erst provoziert der Diktator, dann gibt es wieder Signale der Entspannung. So auch diesmal, als Nordkorea dem verfeindeten Südkorea nach der Verschärfung ihrer Spannungen wieder Gespräche anbot.

Die jüngste Krise erinnert an die Situation vor zwei Jahren. Damals waren die Töne noch schärfer. Nordkorea drohte mit einem Atomangriff auf die USA oder der Einnahme Südkoreas.

Heute gibt es ähnliche Drohungen aus Pjöngjang - und Experten sind besorgt. "Rein rational gesehen, kann es sich keine Seite leisten, das Ganze eskalieren zu lassen", sagt der Leiter des Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul, Lars-André Richter der dpa. Allerdings könne die Lage etwa durch einen neuen Grenzzwischenfall aber auch schnell außer Kontrolle geraten.

Hier sind drei Anzeichen, dass Nordkorea einen Militärschlag vorbereitet:

  • Laut "Yonhap" habe das Regime in Pjöngjang zudem die Artillerie an der Grenze zu Südkorea verdoppelt. Nordkorea sei zum Kämpfen bereit, berichtet "Yonhap".

  • Nordkorea hatte am Freitag den "Quasi-Kriegszustand" für die Frontlinie an der Grenze ausgerufen und die Grenztruppen in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt. Kim Jong Un drohte mit einen Angriff auf südkoreanische Stellungen. Auf beiden Seiten der Grenze stehen sich mehr als eine Million Soldaten gegenüber. Zuvor hatte es einen Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder an der Grenze gegeben.

Was ist eigentlich der Grund für die neuen Spannungen?

  • Südkorea verlangt von Pjöngjang eine Entschuldigung für einen Grenzzwischenfall, bei dem in diesem Monat zwei südkoreanische Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Landminen auf eigenem Gebiet schwer verletzt wurden. Als Antwort auf den Zwischenfall hatte Südkoreas Militär die von Nordkorea als Provokation gewertete Beschallungsaktion wieder aufgenommen.

Wie sieht Südkorea das Ganze?

  • Auch wenn Seoul derzeit in Alarmbereitschaft ist - so richtig glauben die meisten Südkoreaner weiterhin nicht, dass das verarmte, aber hochgerüstete Nordkorea auf einen Krieg mit Südkorea ankommen lässt. Denn dann würde auch die Supermacht USA als Verbündeter Seouls in den Konflikt hineingezogen werden.

Was würde ein Krieg zwischen Süd- und Nordkorea bedeuten?

  • Aufgrund der militärischen Übermacht der USA würde es vermutlich den Untergang des stalinistischen Regimes in Pjöngjang bedeuten. Ein Krieg würde jedoch auch schwere wirtschaftliche Folgen für Südkorea haben, die noch Jahre nachhallen würden.

Mit Material von dpa


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