POLITIK
22/08/2015 09:48 CEST

Flüchtlings-Drama an der mazedonischen Grenze: Dieses Foto dürfte es eigentlich nicht geben

dpa

Sie sitzen im Niemandsland fest - und niemand hilft ihnen. Die Zahl der im Grenzraum zwischen Griechenland und Mazedonien gestrandeten Migranten steigt immer weiter. Sie sind auf dem Weg nach Westeuropa. Die meisten von ihnen sind vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflüchtet.

Mit Gewalt und Grenzblockaden versucht Mazedonien derzeit, den Flüchtlingszustrom aus Griechenland aufzuhalten.

Und setzt dabei auch auf Gewalt.

Polizisten setzen Blendgranaten und Tränengas ein. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wurden am Freitag dabei mindestens zehn Menschen verletzt.

Mittendrin im Tumult sind auch viele Kinder, die angesichts der Gewalt wie traumatisiert wirken.

Der mazedonische Fotograf Georgi Licovski hat jetzt ein besonders bewegendes Bild zweier Kinder gemacht, die ganz vorne in einer Gruppe Flüchtlingen stehen. Neben ihnen drängen Polizisten die Flüchtlinge ab, es sieht aus wie eine Szene aus einem Hooligan-Straßenkampf.

mazedonien

Der Junge und das Mädchen weinen, halten sich gegenseitig an den Händen. Hinter ihnen steht ein älterer Mann, der den Jungen am Arm packt und offensichtlich zu den Kindern gehört.

Licovski berichtet, dass er viele Kleinkinder gesehen habe und dass viele Familien im Tumult an der Grenze auseinandergerissen wurden. "Es war wirklich schrecklich", sagte er.

Mazedonien hatte wegen der Lage an seinen Grenzen zu Griechenland und Serbien am Donnerstag den Notstand erklärt und den Übergang an einer Hauptroute blockiert. Die Regierung rechtfertigt ihr Vorgehen damit, den Flüchtlingszustrom besser bewältigen und die Sicherheit in den Grenzregionen erhöhen zu wollen. Die Polizei erhielt zudem Unterstützung durch die Streitkräfte.


Lesenswert:

Hunderte täglich: So geht Rosenheim mit dem Flüchtlingsstrom um