POLITIK
22/08/2015 04:44 CEST

5 Zahlen, die Flüchtlingen in Deutschland Hoffnung machen

dpa

Auch wenn es angesichts der jüngsten Ausschreitungen im sächsischen Heidenau absurd klingt - aber in Deutschland tut sich etwas in Sachen Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen. Zumindest, wenn man einer aktuellen Umfrage des ZDF-"Politbarometers" glaubt.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte von Dienstag bis Donnerstag über 1200 Wahlberechtigte nach ihrer Meinung über die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland. Fünf Zahlen aus der Umfrage machen Hoffnung, dass die Deutschen sensibler mit dem Thema umgehen - und erkennen, dass Migration keine Bedrohung für das Land bedeutet.

  • So gaben 60 Prozent der Befragten an, dass die Bundesrepublik die große Zahl von ankommenden Flüchtlingen verkraften kann. Das waren etwas mehr als im Vormonat Juli, als 54 Prozent diese Ansicht vertraten, wie der Sender am Freitag mitteilte.

  • 86 Prozent der Befragten halten Deutschland für ein „Einwanderungsland“. Im April waren es noch 78 Prozent. Etwa zwei Drittel der Bürger sagten, das Land brauche Arbeitskräfte aus dem Ausland für seine Zukunftsfähigkeit.

Die Umfrage gibt einen spannenden Einblick in die Stimmungslage der Deutschen, unter denen es trotz der positiven Entwicklungen immer noch viele Asylskeptiker gibt.

  • Fast drei Viertel der Bürger sind demnach dafür, dass es bei der Unterbringung von Flüchtlingen und der Abwicklung der Asylverfahren Unterschiede geben sollte - je nachdem, welche Chance jemand auf ein Bleiberecht hat.

  • 23 Prozent sprechen sich dagegen für eine Gleichbehandlung aller Flüchtlinge aus. Der Vorschlag, diesen Menschen weniger Geld- und dafür mehr Sachleistungen zu geben, stößt mehrheitlich auf Zustimmung (69 Prozent), 26 Prozent lehnen das ab.

  • Und immerhin 37 Prozent gaben weiterhin, dass sie nicht glauben, dass ihr Land die große Zahl der ankommenden Flüchtlinge nicht verkraften kann.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte in dieser Woche eine neue Prognose vorgestellt, wonach bis zum Jahresende bis zu 800.000 Asylanträge erwartet werden. Bislang war der Bund von 450.000 Anträgen ausgegangen.

De Maizière hatte die Öffentlichkeit bereits einige Tage zuvor darauf eingestimmt, dass die neue Zahl erheblich höher ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Der CDU-Politiker ist der Meinung, eine Zahl von 800.000 Asylbewerbern sei für ein Land wie die Bundesrepublik auf Dauer zu viel.

Offenbar teilen nicht alle Deutschen de Maizières Meinung.


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